Modric schickt seine goldene kugel auf kurztrip nach mailand

Luka Modric lässt seine Ballon-d’Or-Trophäe aus dem Jahr 2018 aus Madrid nach Mailand fliegen. Ab sofort steht sie im Museum von Casa Milan, bis die Saison endet. Kein Geschenk, kein PR-Coup – einfach Liebe. Acht Monate reichten dem Kroaten, um sich klar zu werden: Dieser Klub ist mehr als ein Arbeitgeber.

Van basten hatte 1992 dasselbe motiv

Van basten hatte 1992 dasselbe motiv

Marco van Basten überließ dem AC Milan damals seinen dritten Goldenen Ball als Dank. Modric’ Aktion ist anders gelagert. Er leiht, er verschenkt nicht. Der Unterschied: Bei Van Basten war es Rückvergeltung, bei Modric ist es Verlangen. Er will Teil des Mythos werden, nicht nur Profit davon ziehen.

Der 38-Jährige hat im Sommer gewählt, nicht verhandelt. Er sah das San-Siro als Kind schon im Fernsehen, hört heute das Brummen, spürt die Wärme, wenn 75 000 sich in „Luka! Luka!“ erheben. Nach dem Derby wartete die Mannschaft ihn in der Kabine, sang ihm die Hymne der Kurve. Das ist keine Routine, das ist Anerkennung pur.

Die Trophäe selbst wiegt 12 Kilogramm, Messing, 18-Karat-Gold. Für Modric ist sie ein Zeitzeuge. Moskau 2018, Finale verloren, aber als bester Spieler der Welt ausgezeichnet. Er weigerte sich, den Anruf von France Football anzunehmen, weil gute Neuigkeiten manchmal genauso erschrecken wie schlechte. Fünf Minuten später rief er zurück, weinte, brach alle Regeln und telefonierte trotzdem mit Mama und Papa.

Jetzt steht die Kugel zwischen den Trikots von Baresi und Maldini. Kein Podest, keine Laser-Show. Nur Glas und eine Karte: „Leihgabe von Luka Modric.“ Die Besucher strömen, Selfies im Minutentakt. Was niemand fotografiert: den Moment, wenn Modric nach Schichtende noch mal allein ins Museum zurückkehrt, die Vitrine öffnet und kurz mit dem kleinen Jungen aus Zadar spricht, der einmal davon träumte, groß zu sein.

Im Mai fliegt die Trophäe retour. Ob Modric mitkommt, steht in den Sternen. Aber die Spur, die er in Mailand hinterlässt, bleibt. Ein Ballon d’Or ist Metall. Die Geschichte dahinter ist Stoff, aus dem Legenden sticken.