Milano holt 30.000-dollar-itf-turnier – golarsa academy legt sich ins zeug
Milano wird ab dem 15. Juni zum Epizentrum des italienischen Profitennis. Dann rollt im Golarsa Sport Center an der Via Ciclamini ein ITF-Turnier der obersten Kategorie über 30.000 Dollar Preisgeld. Laura Golarsa, einst Weltranglisten-39. und Initiatorin der Akademie, nahm die Herausforderung binnen 24 Stunden an – obwohl das Projekt kein Zuckerschlecken ist.
Die rechnung hinter der idee
Die Bewerbung war bereits im November abgegeben, doch der freie Slot rutschte erst vor 20 Tagen in den Kalender. „Wir mussten sofort liefern“, sagt Golarsa. Die Fitp rief an, fragte: seid ihr bereit? Antwort: klar. Seitdem laufen Planung, Sponsorensuche und Logistik auf Hochtouren. Die Kosten explodieren – Preisgeld, Ballkids, ITF-Abgaben, Security – doch Golarsa will beweisen, dass ihre Anlage mehr ist als ein Trainingslager für Talente.
Der rote Sand ist bereits aufgebaut. Greenset, die Hartplattte der Australian Open, war im Gespräch, doch die Akademie setzt auf Tradition. „Unsere Spieler brauchen Matchpraxis auf Sand, bevor die Rasensaison losgeht“, erklärt Golarsa. Die Teilnehmerliste ist noch geheim, doch intern kursieren Namen aus den Top 200 der ATP und WTA. Die Startgebühr bleibt für Akademie-Mitglieder symbolisch – ein Seitenhieb auf ein System, das Talente oft arm macht, bevor sie reich werden.

18 Atp- und sechs wta-profs gingen hier schon durchs sieb
Seit 2012 schickte die Golarsa Academy 18 Männer in die ATP-Weltrangliste und sechs Frauen in die WTA-Listen. Francesca Schiavone, Alberta Brianti, Corinna Dentoni – alle trainierten hier. Jetzt bekommen die aktuellen Kader ein Heimspiel, das sich rechnet: ohne Reisekosten, mit Punkten fürs Ranking und mit Publikum, das endlich wieder Namen lernen darf, bevor sie bei den Grand Slams stehen.
Die Uhr tickt. Noch 100 Tage bis zum Auftschlag, und die Sponsorenlücken sind nicht ganz geschlossen. Golarsa lacht trotzdem: „Wir wollen sehen, ob wir liefern können, wenn der Druck kommt.“ Die Antwort gibt es live – und wer in Mailand ist, wird sie hören, bevor die Tenniswelt sie liest.
