Ferrero brennt auf alcaraz-rückkehr: „ein offenes gespräch wartet auf uns“

Juan Carlos Ferrero sitzt vor dem Mikrofon und spricht, als würde er gerade das erste Aufschlagspiel seines Lebens verlieren. Die Stimme bricht nicht, aber die Worte klingen, als hätten sie noch die rote Staubkapsel von Roland Garros im Hals. Carlos Alcaraz und er – einst das Dream-Team, sechs Grand-Slam-Titel, sieben Finals, ein einziger gemeinsamer Atemzug – trennten sich Ende 2023. Jetzt, drei Monate später, sagt Ferrero ins Radio von El Cafelito: „Ich hätte Lust, ihn zu treffen. Wir haben ein Gespräch offen.“

Warum ferrero alcaraz blockierte – und der algorithmus es zerbrach

Der Coach logierte sich selbst in digitale Quarantäne. Er löschte Alcaraz aus den Abos, um nicht jeden Slice, jeden Sieg, jeden neuen Coach Samuel López mitansehen zu müssen. Vergeblich. „Instagram schiebt mir Carlitos trotzdem unter die Nase. Ich sehe ihn überall, aber nicht in meiner Box.“ Der Schmerz sitzt in der Syntax: kurzer Satz, langer Nachhall.

Die Szene in Turin war das letzte echte Wiedersehen. Dort, bei den ATP Finals, schlichen sie sich noch in dieselben Flure. Danach gönnte Ferrero sich eine Auszeit, wurde Mental-Coach des spanischen Golfers Ayora, schrieb kein einziges Matchprotokoll mehr. Doch die Zahlen nagten. Ohne Ferrero gewann Alcaraz zwar Doha, aber die Fehlquote im Tiebreak stieg von 18 % auf 31 %. Klein, aber messbar. Statistiken sind grausame Freunde.

Ein golfduell statt grand-slam-kracher?

Ein golfduell statt grand-slam-kracher?

Ferrero schwärmt nicht von Tennisplänen. Er redet von Fairways und Putts. „Wenn wir uns treffen, würde ich gern eine Runde Golf mit ihm spielen. Keine Taktik, keine Schläge über Netz – nur Gras und Smalltalk.“ Dahinter steckt ein altes spanisches Manöver: Erst das Spiel, dann das Gespräch. Der 43-Jährige weiß, dass Alcaraz’ Vater Virginia und Manager Alberto jeden öffentlichen Schritt filtern. Eine ruhige 18-Loch-Runde ist schwerer zu belauschen als ein Training auf dem Center Court.

Die Tür bleibt offen – mit einem Filmspoiler. „Sequels gelten als schwach“, sagt Ferrero, „aber ‚The Godfather II‘ war besser als das Original.“ Klingt nach Hollywood, ist aber pure Machtpolitik. Er würde zurückkommen, wenn der Weltranglistenerste anklopft. Kein Geldgeber, kein Verband, nur ein „Ja“ zwischen zwei Spaniern, die einander einst wie Vater und Sohn nannten.

Indian Wells läuft, Alcaraz jongliert wieder mit der Vorhand. Ferrero schaut heimlich mit, live oder über den unerbittlichen Algorithmus. Wenn der 20-Jährige das Turnier gewinnt, wird die Frage nicht lauter, aber dringender: Wer wagt den ersten Anruf? Ferreros Handy liegt auf lautlos. Der Akku ist voll, die Sprachnachricht gespeichert. Nur der Ball liegt auf seiner Seite des Netzes.