Milan stolpert über sich selbst: 17 tore in 13 spielen – der angriff erstickt im champagner-fußball

17 Treffer in 13 Partien – das ist keine Belastungsprobe mehr, das ist ein Offensiv-Kollaps. Der AC Mailand, sonst Europas beste Abwehr, ballert seit Jahresbeginn nur noch mit Schaumstoff. Inter trifft 30-mal, Juve 28-mal, die Rossoneri bleiben beim 1,31-Tore-Schnitt hängen. Die Folge: statt Meisterschaft wird Platz zwei zur Qual.

Die waffe rostet vorne

Was im Herbst noch wie ein Feuerwerk wirkte, erinnert im Frühjahr an ein vergessenes Streichholz. Rafael Leão schoss zu Beginn der Saison noch Löcher in die Wolken, seit 2026 nur vier Treffer. Christopher Nkunku kam als Turbo, liefert drei Liga-Tore – bei 359 Minuten. Niclas Füllkrug? Ein Kopfball-Juwel, aber ein einziges Tor. Christian Pulisic? Null. Der US-Boy ist vom Flügelflitzer zum Pass-Ghost verkommen. Addiert man die Treffer aller Stürmer, kommt man auf 8 Tore – weniger als die Hälfte des Gesamtetats.

Die Statistik lügt nicht. Milan ist seit dem Kalenderwechsel nur Achter der Torschützenliste, hinter Como (26), hinter Genoa (19), hinter einer Roma, die europäisch nebenher joggt. Paulo Fonseca spricht von „Balance“, aber was nützt die beste Hintermannschaft, wenn vorne kein Dampf kommt? Die Fans rufen nach einer Reaktion, der Trainer taktelt um Personal, doch die Lösung steckt im Kopf – und im Selbstvertrauen.

Allegri setzt auf gimenez, der rest zittert

Allegri setzt auf gimenez, der rest zittert

Am Sonntag gegen Turin will Massimiliano Allegri erstmals auf Matías Gimenez bauen. Der Argentinier war vier Monate verletzt, sein Konto steht bei 0 Spielminuten und 0 Toren in 2026. Der Plan: frische Beine, neue Impulse, alte Tore. Aber ein einzelner Rückkehrer kann keinen ganzen Angriff flicken. Die Mittelfeld-Laufwerke Tijjani Reijnders und Yunus Musah liefern zwar Ballgewinne, keine Torgefahr. Die Flügel sind lahm, die Zentrale kopflos.

Die Meisterschaft ist so gut wie entschieden, der Vorsprung der Inter auf neun Punkte wirkt wie eine Mauer aus Beton. Milan kann maximal noch die Champions-League-Plätze sichern – und selbst das wird eng, wenn der Torriecher nicht zurückkehrt. Die Verantwortlichen um Zlatan Ibrahimović schieben Transferpläne vor den Sommer, doch die Spieler müssen jetzt liefern, nicht in drei Monaten.

17 Tore, 13 Spiele, eine Lehre: Selbst die sicherste Abwehr der Serie A vermag keine Titel zu garantieren, wenn das Sturmherz aussetzt. Mailand träumt laut, aber trifft leise. Wer nicht trifft, trägt am Ende nur die Schande – und die zweite Meisterschaft binnen drei Jahren ist längst kein Trost mehr, sondern ein Makel.