Milan knallt in san benedetto: lidl-trek-express sichert sich sechsten saisonsieg
Jonathan Milan schreibt seine persönliche Liebeserklärung ans Meer. Der 25-jährige Friulaner jagt über die Promenade von San Benedetto del Tronto, stemmt die Arme in die salzige Luft und lässt die Konkurrenz wie Statisten wirken. 142 Kilometer zuvor hatte die 7. Etappe der Tirreno-Adriatico in Civitanova Marche begonnen – am Ende steht der sechste Triumph des Jahres für den Sprinter von Lidl-Trek.
Die Entscheidung fällt in letzter Sekunde. Paul Magnier und Jasper Philipsen, zwei der schnellsten Männer des Pelotons, kollidieren in der Finalkurve, rutschen über den Asphalt, während Milan den Turbo zieht. 70 km/h, vielleicht mehr. Die Ziellinie kommt wie ein Schnitt. Dahinter liegen Trümmer und ein mexikanisches Gesicht im Führungstrikot.

Del toro kassiert den gesamtsieg – mit 22 jahren
Isaac Del Toro hat keine große Show nötig. Der UAE-Team-Emirates-Rookie verteidigt mit 14 Sekunden Vorsprung das Blaue Trikot, wird jüngster Sieger der Rundfahrt seit Bob Jungels 2016. Zwischen den Betonmolen von San Benedetto wirkt er fast schüchtern, doch die Zahlen sind laut: drei Bergankünfte, zwei Teamzeitfahr-Gewinne, keine Sekunde Schwäche.
US-Boy Matteo Jorgenson rutscht auf Rang zwei. Der Visma-Lease-a-Bike-Fahrer profitiert von drei Bonussekunden in der Schlussrunde und verdrängt Giulio Pellizzari aufs Treppchen. Für den 21-jährigen Marchigiano von Red Bull-Bora-Hansgrohe bleibt trotzdem Platz drei – bester italienischer Rohling seit Jahren.
Die Bilanz der Sieben-Tage-Hatz: 1.024 Kilometer, 10.850 Höhenmeter, ein Schauer von Crashs und ein neues Gesicht im Kreis der Klassik-Könige. Milan feiert, Del Toro strahlt, Magnier und Philipsen kriegen neue Schürfwunden. Die Saison ist jung, der Kampf um die Sprintthrone aber schon jetzt auf Messers Schneide.
