Milan kassiert rekordstrafen: was passiert mit dem geld?
Rot-Schwarz in München: Der AC Milan hat sich in der aktuellen Saison einen teuren Spaß geleistet. Nicht etwa durch sportliche Fehltritte, sondern durch chronische Verspätungen beim Einlaufen auf das Spielfeld. Die Strafen der Liga summieren sich bereits auf beachtliche 132.000 Euro – eine Summe, die für viele Vereine eine erhebliche Belastung darstellen würde.

Die uhr tickt: maignan und rabiot als hauptverursacher
Die Verspätungen sind kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Muster. Schon bei Anpfiff und in der Halbzeitpause zogen sich die Rossoneri unnötig lange, was zu den entsprechenden Strafen führte. Besonders Maignan und Rabiot scheinen hier die Nase vorn zu haben – zumindest, wenn es um die Verhängung von Strafen geht. Ob dies auf mangelnde Disziplin oder eine ausgeklügelte Taktik zurückzuführen ist, bleibt Spekulation.
Trainer Max Allegri, bekannt für seine präzisen Anweisungen, scheint das Problem zu kennen. Sein Mantra „Halma“ (Ruhe bewahren) deutet darauf hin, dass er die Bedeutung pünktlicher Erscheinungen durchaus betont. Dennoch scheint die Umsetzung auf dem Platz noch Verbesserungspotenzial zu haben.
Wo landen die Strafgelder? Ein Großteil des Geldes fließt an die Liga und wird für soziale Zwecke verwendet. Interessanterweise werden interne Strafen, die für zu spät zum Training oder Regelverstöße verhängt werden, anders behandelt. Ein Teil dieser Gelder fließt in die Vereinskasse und wurde in der Vergangenheit sogar für einen luxuriösen Dinner im Hotel Gallia verwendet. Eine Siebzig-köpfige Delegation, darunter Spieler, Trainer und Angestellte, genoss ein Festmahl auf Kosten der Strafgelder – ein Beweis dafür, dass selbst bei finanziellen Rückschlägen im Fußball noch für kulinarische Genüsse gesorgt werden kann.
Die Serie A ist nicht allein mit diesem Problem. Auch andere Vereine werden für Verspätungen bestraft, wobei der Como mit 21.000 Euro auf dem zweiten Platz der Strafenkonten liegt. Napoli und Udinese folgen mit jeweils 8.000 Euro. Doch der AC Milan hält die Ränge mit großem Abstand.
Ein besonders amüsantes Beispiel lieferte das Spiel gegen die Roma im Januar. Schiedsrichter Colombo forderte Mike Maignan mehrfach auf, die Treppe des Stadions zu verlassen, bevor das Spiel beginnen konnte. Der Franzose antwortete mit einem lakonischen „Wir sind zu sechst…“ – ein Szenario, das die verzweifelte Situation des Schiedsrichters verdeutlich.
Die Verspätungstaktiken erinnern an den ehemaligen Inter-Trainer José Mourinho, der angeblich einmal die zweite Halbzeit eines Spiels Benfica gegen Real Madrid hinauszögerte, um die Champions-League-Tabelle in Echtzeit zu verfolgen. Ob die Milan-Stars ähnliche Motive verfolgen, bleibt jedoch fraglich.
Die Frage, die sich stellt: Werden die Rossoneri ihre Verspätungen in den Griff bekommen, oder wird der Verein weiterhin Rekordstrafen kassieren? Eines ist sicher: So lange die Spieler sich mit dem Anziehen ihrer Trikots und dem Feilen an ihren Frisuren beschäftigen, wird das Geld der Strafen weiter fließen – und vielleicht sogar für ein weiteres exklusives Abendessen ausreichen.
