Milan bangt um champions league: cafu fordert kampfgeist!

Mailand – Die Luft wird dünner im San Siro. Zwei Spieltage vor Saisonende kämpft der ACMilan noch fieberhaft um die Qualifikation für die Champions League. Und wer könnte da besser raten als ein Mann, der selbst in diesen Kämpfen gestanden hat: Marcos Cafu, der legendäre brasilianische Rechtsverteidiger, der 2007 den Henkelpott mit dem AC Milan in den Himmel stemmte.

Ein „fysiologischer“ tiefpunkt? cafus einschätzung zur milan-krise

Die Rossoneri patzen, sieben Punkte aus den letzten acht Spielen – die Juventus und die Roma sind bedrohlich nah. Ist das eine tiefe Krise? Cafu, der auch bei der Roma seine Spuren hinterlassen hat, hält das für einen „fysiologischen“ Tiefpunkt. „Jede Mannschaft hat mal eine Durststrecke“, so der ehemalige Kapitän. „Das Problem ist nur, dass es im Saisonfinale passiert. Die individuellen Fehler häufen sich, anstatt in einem einzigen Spiel zu liegen.“ Ein bitteres Los, aber eben Fußball.

Er erinnert an die Zeiten, als Paolo Maldini ihn als „Capitano“ bezeichnete, ein Zeichen des Respekts und der Gleichwertigkeit auf dem Platz. Und er ist überzeugt: „In den entscheidenden Spielen werden wir den Milan sehen, den wir in der ersten Saisonhälfte kannten.“

Die Roma und der „Monster“ Malen: Cafu zeigt sich beeindruckt von der Leistung der Roma. „Auch die Giallorossi haben sich die Champions League verdient. Mit etwas Glück und Können haben sie einen Spieler wie Malen gezogen – ein echter Unterschiedsspieler!“

Modric mit augenbinde? cafus verrückte idee

Modric mit augenbinde? cafus verrückte idee

Sollte Luka Modrić, der erfahrene Kroate, grünes Licht geben, wäre Cafu sofort dabei. „Wenn er sagt, er will spielen, dann würde ich ihn sogar mit einer Augenbinde aufstellen! Ein solches Kaliber muss man einfach auf dem Platz haben.“

Die Frage, ob ein Rückzugsort die Spieler motivieren oder demotivieren würde, beantwortet Cafu pragmatisch: „Es kommt darauf an. Ein längerer, gemeinsamer Rückzug kann den Teamgeist stärken. Aber es darf nicht als Strafe empfunden werden.“

Die Fans machen ihrem Unmut Luft, wie das Spiel gegen Atalanta zeigte. Cafu relativiert: „Proteste sind ein gutes Recht, solange sie im Rahmen bleiben. Die Fans von Milan und Roma sind leidenschaftlich, aber niemand will das Schlechte für seine Mannschaft.“

Nkunku als überraschungsheld?

Nkunku als überraschungsheld?

Die Frage, wer die Champions-League-Plätze verdient, ist für Cafu einfach zu beantworten: „Sowohl Milan als auch Roma haben einen neuen Weg eingeschlagen und machen das hervorragend. Ich hoffe, beide schaffen es!“

Ein verpasster Champions-League-Platz könnte die Zukunft von Trainer Allegri gefährden. „Ich glaube nicht, dass man einen Trainer nur an zwei Spielen festmachen kann. Die gesamte Saison muss betrachtet werden. Vor drei, vier Wochen hat doch niemand seine Position in Frage gestellt.“

Ein stärkerer Transfer im Winter hätte die Situation vielleicht verändert. Cafu grinst: „Der Transfermarkt ist nicht so einfach. Man braucht Glück, so wie die Roma mit Malen.“

Leao und Pulisic sind weit hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Cafu verweist auf das Beispiel Dovbyk: „Manchmal passiert es, dass Spieler plötzlich einbrechen. Es ist nicht so, dass sie auf einmal unfähig geworden sind.“

Und dann ist da noch Christopher Nkunku, der gegen Atalanta überzeugte. „Ich bin nicht überrascht. Er ist in Topform und hat das Potenzial, die Mannschaft zum Erfolg zu führen.“

Fazit: Der AC Milan steht vor einer Zerreißprobe. Mit Kampfgeist, Leidenschaft und vielleicht einer Prise Glück kann die Champions-League-Qualifikation noch erreicht werden. Aber eines ist sicher: Die Saison wird in die Geschichte eingehen – und nicht nur wegen der sportlichen Ergebnisse.