Kovac schickt dortmund auf hitzfeld-jagd: meisterschaft plus champions league

Der Pokal von 2021 war schön, aber Niko Kovac will mehr. Viel mehr. Der BVB-Trainer schielt auf das Double aus Meisterschaft und Champions League – und nutzt dabei die gute Geister der Vergangenheit.

Ottmar hitzfeld als kompass und seelenpartner

Ottmar hitzfeld als kompass und seelenpartner

Kovac schwärmt. Nicht von Taktik, nicht von Geld, sondern von Ottmar Hitzfeld. „Was mir bei ihm unabhängig von Titeln gefällt: Er ist ein normaler Mensch geblieben“, sagt er der Sport Bild. Der 54-Jährige holt sich noch heute Rat bei seinem einstigen Bayern-Coach – und träumt laut davon, die Triumphe von 1995, 1996 und 1997 zu wiederholen. Ein Klub, eine Region, eine Ekstase. Das klingt nach Mission statt Saisonziel.

Die Zahlen sind gnadenlos: Letzte Meisterschaft 2012, letztes großes Europa-Spiel 2013. Seitdem pfiff der BVB oft nur halb laut. Kovac will den Klang erhöhen. „Dieses Stadion, diese Region in Ekstase bringen“ – das ist kein Satz für die Pressemappe, sondern seine Arbeitsbeschreibung.

Er kennt das Terrain. Unter Hitzfeld lernte er, dass Führung mehr ist als Aufstellung. „People-Management“, nennt er das. Wann wegschauen, wann die Zügel anziehen. Die Balance zwischen Freiheit und Korsett beherrschte Hitzfeld „wie kein Zweiter“. Kovac kopiert nicht, er adaptiert. Mit seiner eigenen Mischung aus Kroatischer Leidenschaft und deutscher Grundlichkeit.

Die Mannschaft bietet Stoff für große Geschichten: Jude Bellingham ist weg, doch Jamie Bynoe-Gittens und Youssoufa Moukoko warten auf den Durchbruch. Dazu die Routiniers Marco Reus und Mats Hummels, die endlich wieder Titel wollen. Kovac muss sie alle füttern – mit Ballbesitz, mit Glauben, mit Siegen.

Der Zeitplan ist eng. Bayern laufen nicht mehr weg wie früher, Leipzig schwankt, Leverkusen fehlt die Tiefe. Die Lücke ist offen, wer jetzt zupackt, kann sie für Jahre schließen. Kovac weiß: Er hat vielleicht zwei Transferfenster, dann wird gemessen an dem, was Hitzfeld einst schuf.

Also trainiert er mit dem Blick auf 1997, als Lars Ricken in München den Ball über Angelo Peruzzi hob und die Welt schwarzgelb wurde. Kovac war damals 25, Mittelfeldspieler bei Rapid Wien, schaute im Fernsehen und dachte: So was möchte ich auch mal. Fast drei Jahrzehnte später sitzt er auf der Bank, auf der Hitzfeld einst jubelte. Die Mission läuft. Der Countdown auch.