Mihambo bleibt unantastbar: neunter hallentitel in serie gekrönt
Dortmund – Die Halle bebt, die Zahlen sprechen: Malaika Mihambo springt 6,57 m und verlängert ihre Siegesserie bei der Deutschen Hallenmeisterschaft auf neun Jahre. Keine deutsche Weitspringerin war seit 2018 schneller, weiter, konstanter.
Ein satz, der geschichte schreibt
Der vierte Versuch war ihr Geldschein: 6,57 m, Saisonbestleistung, Gold. Libby Buder (6,41 m) und Anna-Elisabeth Ehlers (6,35 m) folgen in sicherem Abstand. Was wie Routine aussieht, ist atemberaubend: Mihambo hat jeden Winter seit 2016 dominiert – ob angeschlagen, ob mit Wettkampf-Flaute, ob mit neuen Konkurrentinnen. Der Rekord ist längst Kulturgut des deutschen Leichtathletik winters.
Doch der Samstag in der Westfalenhalle lieferte mehr als nur Mihambos nächsten Triumph. Über 800 m jagte Alexander Stepanov mit 1:45,89 min die WM-Norm hinterher – persönliche Bestleistung, Jubel auf der Zielgeraden. Die Konkurrenz war nur Staffage: Rocco Martin (1:48,14 min) und Tim Holzapfel (1:48,64 min) sahen Rückstände wie Autos auf dem Parkplatz.

Stabhochsprung-nervenkrieg bis zur letzten latte
Bei den Frauen lieferte Jacqueline Otchere einen Krimi: Erst zwei Fehlversuche bei 4,55 m, dann der dritte Stich. Sie trifft, siegt, jubelt – 4,55 m lauten die Ziffern des Tages. Anjuli Knäsche musste mit 4,50 m Vorleistung zusehen, wie der Titel wegflog. Moana-Lou Kleiner sicherte sich Bronze bei 4,40 m.
Über 400 m war 19-jährige Johanna Martin erneut die schnellste Deutsche – 52,09 Sekunden, knapp vor Skadi Schier (52,26). Drei Titel in Folge, Alter: noch Teenager. Die Uhr tickt für die Konkurrenz, nicht für sie.

Favoriten checken ein, überraschungen auch
Robin Ganter (21,01 s) und Jean Paul Bredau (46,21 s) hielten ihre Außenbahnstatus hoch – Siege über 200 m bzw. 400 m, keine Diskussion. Bei den Frauen sorgte Svenja Pfetsch für den Paukenschlag: 23,52 s über 200 m, Jessica-Bianca Wessolly blieb bei 23,60 s hängen. Die Große hieß diesmal nicht favorisiert.
Stabhochspringer Falk Wendrich ließ 2,19 m in der Luft schweben, bevor er die Latte auf 2,14 m sinken ließ – Titel gesichert. Marlon Gräfe und Niklas von Zitzewitz teilten sich Silber bei 2,10 m, weil die Fehlversuche keinen Unterschied mehr erlaubten.
Im Dreisprung flog Peter Osazee mit dem ersten Satz 15,80 m weit – +35 cm PB, Gold sofort gebucht. Mohammed Amin Alsalami kam mit 15,78 m heran, blieb aber zweiter Geige. Maximilian Skarke krallte sich Bronze mit 15,66 m.

Titel ohne gegenwind
Maitje Kolberg lief 1500 m in 4:20,47 min – keine Nele Weßel am Start, dafür eine Spurt-Show, die Adia Budde (4:21,01 min) und Vera Coutellier (4:21,87 min) Silber und Bronze bescherte. Bei den Männern sicherte sich Marius Probst in 3:38,90 min seinen achten Hallentitel, den sechsten über diese Distanz. Karl Bebendorf blieb als Fünfter chancenlos, Tent und Heinrich komplettierten das Podium.
Die Bilanz nach drei Tagen: 14 Entscheidungen, ein Dutzend persönliche Bestleistungen, eine ungeschlagene Königin. Wer die deutsche Leichtathletik verstehen will, mste nach Dortmund schauen – oder einfach Mihambos Namen googeln. Der Rest ist Geschichte, live und kostenlos.
