Michael rösch: olympia, druck und die schattenseiten des erfolgs

Olympische spiele im visier: rückblick mit michael rösch

Mit den bevorstehenden Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d‘Ampezzo rücken die Erfolge deutscher Biathlon-Stars wieder in den Fokus. Michael Rösch, Olympiasieger von 2006 in Turin, erinnert sich im „Focus“ an den damaligen Triumph und die damit verbundenen Herausforderungen. Er gewann nicht nur Gold in Turin, sondern auch kurz zuvor seinen ersten Weltcup in Ruhpolding.

Der druck nach dem gold: eine belastung

Der druck nach dem gold: eine belastung

Rösch beschreibt den enormen Druck, der mit dem Olympiasieg einherging: „Generell ist Biathlon eine medienstarke Sportart. Du hast jedes Wochenende drei bis fünf Millionen Zuschauer im Fernsehen. Da können sehr viele Türen in alle Richtungen aufgehen.“ Dieser Druck sei erhebend, aber auch zermürbend gewesen. „Du wirst in jedem Rennen an der Goldmedaille gemessen. Daran bin ich teilweise zerbrochen.“

Finanzieller erfolg und fehlentscheidungen

Finanzieller erfolg und fehlentscheidungen

Der Olympiasieg brachte auch finanzielle Vorteile mit sich. „Mit dem Olympiasieg kamen auch größere Sponsoren und mehr Geld einher. Ich habe ein Haus gebaut – viel zu früh und viel zu groß.“ Rösch bedauert diese Entscheidung: „Das, was eigentlich ein positiver Rattenschwanz war, wurde durch private Fehlplanung und Fehlentscheidungen sehr problematisch. Es war wie eine Weggabelung. Rechts ist gut, links ist schlecht. Und ich bin jedes Mal links abgebogen.“

Ein talent unter druck

Ein talent unter druck

Michael Rösch galt damals als großes Biathlon-Talent und war der jüngste Athlet im siegreichen deutschen Team. Die Erfahrung des Olympiasiegs war überwältigend. „Da stand ich da, war 22 Jahre und habe ja gar nicht verstanden, was da abgeht. Rico Groß hat mich angesehen und gesagt: „Jetzt bist du Olympiasieger, jetzt gehen ganz andere Türen auf.“

Die macht der fünf ringe

Die macht der fünf ringe

Die Bedeutung der Olympischen Spiele ist für Rösch tiefgreifend: „Diese Kraft der fünf Ringe, die machen was mit einem.“ Die Verarbeitung des Erfolgs gestaltete sich jedoch schwierig. „Du versuchst, wie so ein Staubsauger alles mitzunehmen, kannst es aber gar nicht verarbeiten. Das kommt erst Monate und Jahre später und macht einen schon stolz.“

Mehr als nur medaillen: die langfristige wirkung

Rösch betont, dass der Olympiasieg die Wahrnehmung zwar verändert, aber nicht den Menschen selbst. „Am Ende des Tages wischst du ja trotzdem den Hintern mit demselben Klopapier ab. Also, du bist jetzt nichts Besseres, aber du wirst anders wahrgenommen. Heute noch.“

Karriere und erfolge im überblick

Neben dem Staffelsieg bei den Olympischen Spielen 2006 feierte Michael Rösch zwei Weltcupsiege. Seine beste Platzierung im Gesamtweltcup erreichte er in der Saison 2005/06 mit dem fünften Rang.

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