Miami-blues für italiens tennis-armada – nur berrettini stemmt sich gegen das debakel

Italiens Tennis-Herren erleben in Miami eine schwarze Nacht. Flavio Cobolli, Luciano Darderi und Matteo Arnaldi rauschen binnen weniger Stunden aus dem Tableau, nur Matteo Berrettini hält die Fahne hoch – und das, obwohl er in der Rangliste hinter den Neuen steht.

Cobolli: schulter verrät den top-20-star

Der 14. der Welt zieht sich trotz zweier Medical Time-Outs sieglos vom Court. Raphael Collignon nutzt die sichtbare Einschränkung, serviert sieben Return-Breaks und schickt den Favoriten mit 7-5, 6-3 nach Hause. Die Schulter zwickt, der Aufschlag fehlt, das Selbstvertrauen bröckelt – ein Tag, den Cobolli schnell vergessen will.

Die Zahlen sind gnadenlos: 19 Winner gegen 34 unerzwungene Fehler, nur 54 % erste Aufschläge, keine Breakchance mehr nach dem 3:0 im zweiten Satz. Der Belgier feiert seinen vierten Top-20-Kill und trifft nun auf Tommy Paul.

Darderi: best-ranking, schlechtester tag

Darderi: best-ranking, schlechtester tag

Was für ein Frust für den Vorjahres-Viertelfinalisten. Martin Landaluce, 2006 geboren, noch in der Quali unterwegs, entzaubert den Nr. 17 der Setzliste mit 6-3, 6-7 (4), 6-4. Der Madrilener feuert 40 Winner, verprügelt Darderi mit Tempo und Tiefschlag – und verwandelt beim ersten Matchball, als der Italiener den Ball nur noch ins Netz stolpern lässt.

Für Darderi bleibt die Erkenntnis: Ranglistenhoch ist keine Ticket-Garantie. Er verlässt Miami ohne Tour-Sieg 2026, die nächsten Punkte drohen zu schmelzen.

Arnaldi: fünf matchbälle retten nichts

Arnaldi: fünf matchbälle retten nichts

Matteo Arnaldi liefert ein Drama ab, das kein Happy End findet. Gegen Alexander Shevchenko wehrt er im zweiten Satz fünf Matchbälle ab, erzwingt den Tiebreak, holt sich den Durchgang – und kollabiert dann völlig. 6-2 im dritten Satz, ein Zäsur, die Top-100-Zone rückt in weite Ferne.

Die Bilanz: 2026 noch ohne Sieg auf der ATP-Tour, die Punkte aus dem Vorjahr fallen weg, der Druck steigt.

Berrettini läuft zur höchstform auf

Berrettini läuft zur höchstform auf

Während die Next Gen strauchelt, erinnert ein alter Bekannter an seine Klasse. Berrettini nutzt seine Erfahrung, spielt sich ohne Satzverlust ins Achtelfinale und wird plötzlich zum italienischen Notanker. Seine Vorhand knallt wie eh und je, der Aufschlag summiert sich auf 19 Asse – und die Rangliste? Ein Nebenschauplatz, wenn der Punktehunger wieder erwacht.

Die Frage bleibt: wie lange kann er allein tragen, was sonst ein ganzes Team bewegt?

Sinner soll die erlösung bringen

Jetzt ist Jannik Sinner gefragt. Der Weltranglistenerste trainiert in Monte Carlo, schraubt sich für Miami fit und trifft im zweiten Rundenum auf Damir Dzumhur. Die Erwartungshaltung ist riesig, die italischen Fans hungern nach einem Hoffnungsschimmer. Sollte auch er scheitern, wäre Miami 2026 das erste Masters seit 2011 ohne Azzurri im Achtelfinale.

Die Bilanz der Nacht: drei Matches, drei Aus, null Tiebreak-Gewinne, nur ein einziger Italiener steht noch. Die Zahlen schreien, der Tennis-Sommer kann kommen – aber für Italien bleibt die Luft dünn.