Messi schaltet kurz vor der wm auf heimatmodus: guatemala wird zum letzten test

Die Bomben im Nahen Osten treffen auch Lionel Messi. Wegen des Kriegs fällt das Showspiel gegen Spanien flach, also dreht Argentinien kurzfristig an der Landebahn von Buenos Aires auf: Guatemala, 31. März, letzter Feinschliff vor dem US-Turnier. Die spanische Football-Federation hatte Sonntagabend noch mit erhobenem Zeigefinger verkündet, Argentinien habe alle Alternativpläne abgelehnt. Wenige Stunden später das Umdenken – und ein neuer Gegner, der keinerlei geopolitischen Brisanz mitbringt.

Warum das spiel plötzlich in la bombonera stattfindet

Die UEFA suchte nach Katar-Aus einen neutralen Boden, das argentinische AFA aber wollte nach Hause. Logistik, Sicherheit, Fan-Nähe – drei Worte, die in den Pressemitteilungen auftauchten, aber hinter den Kulissen schwere TV-Verträge und Sponsorengelder nachklingen. Für Messi ist es die dritte Station auf argentinischem Boden innerhalb von zwölf Monaten; die Trikots mit dem zweiten Stern verkaufen sich weiter wie warme Medialunas. Die Verbandsspitze verspricht „eine Woche Vorbereitung in Ezeiza“, das klingt nach Kurz-Training, wirkt aber wie ein geheimer PR-Coup: Die Nationalmannschaft zurück in den Stadtkathedralen, kurz bevor sie die große Bühne in den USA betritt.

Guatemala bekommt dagegen das, was Fußball-Bosse „Legacy-Spiel“ nennen: 90 Minuten gegen die Weltmeister, ein paar Millionen Dollar und jede Menge Social-Media-Follower. Ob das zentralamerikanische Team mit B- oder C-Kader anreist, steht noch offen; die FIFA-Fenster lassen einige Interpretationsspielraum. Aber die Botschaft ist klar: Argentinien will Tore, Sieg und keine Überraschungen.

Was der rückzieher über den finalissima-ausfall aussagt

Was der rückzieher über den finalissima-ausfall aussagt

Der 27. März war als europäisch-südamerikanischer Super-Cup gedacht, ein Prestigeprojekt zwischen UEFA und Conmebol. Dass er kurzfristig platzt, zeigt zwei Dinge: Erstens, dass selbst die Mächtigen des Fußballs geopolitischen Realitäten nicht entkommen. Zweitens aber auch, wie schnell sich Machtverhältnisse verschieben – Spanien kündigt prompt ein Testspiel gegen Serbien an, diesmal in Villarreal. Die UEFA reagiert, statt zu feiern. Die AFA reagiert, statt zu trauern. Und die Fans? Die bekommen zwei Spiele statt eines, nur eben verteilt auf zwei Kontinente.

Die Kaderliste für Guatemala folgt in den nächsten Tagen. Trainer Lionel Scaloni will seine Startelf so nah wie möglich an der WM-Formation sehen. Das bedeutet: Messi wird spielen, Julián Álvarez erhält weitere Minuten, Enzo Fernández darf die Lungen ausreizen. Für Argentinien ist das Duell ein letzter Check, bevor es im Sommer gegen die Zeit und gegen die Erwartung einer ganzen Nation läuft. Die Albiceleste will nicht nur gewinnen – sie will glänzen. Und Guatemala? Für Guatemala zählt schon der Rasen, den sie mit den Göttern des Fußballs teilen dürfen.