Mercedes zerlegt das feld: russell und antonelli liefern start-spekakel in melbourne

George Russell rauschte wie ein Meteor durch Albert Park, Kimi Antonelli klebte sich im Schlepptau – und nach 58 Runden stand ein Mercedes-Doppelsieg da, der die Konkurrenz schon am ersten Wochenende in Schockstarre versetzt. Die Silberpfeile dominierten Qualifying und Rennen, Ferrari blamierte sich mit Boxenchaos, und zwei Deutsche verpassten den Start komplett.

Die achte runde wird zur zerreißprobe für leclerc

Charles Leclerc warf seinen Ferrari SF-26 beim Start zwar in Führung, doch schon vor der ersten Kurve schob Russell die Nase vor – ein Manöver, das die Richtung vorgab. Die Scuderia reagierte mit einem frühen Stopp, doch das unterbrach den Monegassen nur. Lewis Hamilton, frisch in Rot, schlüpfte vorbei, und plötzlich lag Ferrari mit zwei Autos im eigenen Verband fest. Strategie-Panne? „Wir haben gerechnet, nicht angegriffen“, gab Teamchef Vasseur nach dem Rennen kleinlaut zu.

Die entscheidende Attacke folgte in Runde 28: Russell nutzte den neuen Elektro-Boost-Modus im Hybrid-V6, schob sich außen an Hamilton vorbei und zog ungefährdet davon. Antonelli, 19 Jahre alt, profitierte von Leclercs wankender Pace und sicherte sich Platz zwei. Hinter den Silberpfeilen wurde aus dem erwarteten Ferrari-Fight ein interner Rohrkrepierer.

Piastri crasht, hülkenberg bleibt in der garage

Piastri crasht, hülkenberg bleibt in der garage

Die große Hoffnung Australiens, Oscar Piastri, rutschte auf dem Weg zum Startgrid mit dem McLaren MCL-41 ins Kiesbett – und das, nachdem er im Freien Training die Bestzeit gesetzt hatte. Der 25-Jährige stieg unverletzt aus, doch die Enttäuschung war ihm anzusehen. „Wir hatten das Zeug fürs Podest“, sagte er, während Mechaniker die Frontaufhängung in Einzelteilen einsammelten.

Nico Hülkenberg erlebte ein Debakel der anderen Art: Der Audi-Motor versagte bereits in der Aufwärmrunde, Start aus der Boxengasse war nicht möglich. Für die neue deutsche Fabrik-Mannschaft ein Desaster, das intern schon als „zu früh, zu roh“ durchgesickert war. Fernando Alonso musste seinen Aston Martin sogar während des Rennens abstellen – Hydraulik weg, Traum vorbei.

Die zeitenwende beginnt mit mercedes-zeiten

Die zeitenwende beginnt mit mercedes-zeiten

Die neue Hybrid-Ära sollte Spannung bringen – doch am ersten Sonntag lieferte nur Mercedes die Antwort. Mit dem neuen E-Boost-Konzept gewinnen die Boliden auf den Geraden bis zu 0,4 Sekunden, ein Vorteil, den die Konkurrenz in den nächsten Wochen wohl nur mit illegalen Tricks oder Nachtschichten kompensieren kann. Toto Wolff strahlt, die Gegner jammern: „Wenn das so bleibt, können wir den Winterurlaub verlängern“, sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko.

Lando Norris, amtierender Weltmeister, kam als Fünfter ins Ziel – schon 34 Sekunden hinter Russell. Die Titelverteidigung beginnt mit einem Ausrufezeichen für jemand anderen. Die Saison ist jung, aber die Marschrichtung ist klar: Wer Mercedes schlagen will, braucht mehr als neue Flügel – er braucht ein Wunder. Melbourne war erst der Startschuss, doch der Klang hallt laut durch die Garage der Konkurrenz: Die Jäger werden zu Gejagten, bevor das erste Grainsand trocken ist.