Mbappé-fluch oder geschäft? warum top-manager den superstar rauswarfen

87,9 Millionen Euro – weg. Knapp zwei Monate vor Saisonende verkaufte Paco Cañadas, Tabellenführer der offiziellen Movistar Clausura, seinen teuersten Spieler. Grund: Kylian Mbappéschleppte sich mit zweiPunkten aus sechs Spieltagen durch die Liga, verletzt, teuer, blockierend.

Der preis der vernunft

„Es war keine Frage des Wollens, sondern des Müssen“, sagt Cañadas, der mit über 1.000 Euro Preisgeld bislang dominiert. „Mbappé hat seit Wochen nicht mehr den Unterschied gemacht, den sein Preis verlangt. Das Madrid drumherum war auch nicht besser.“ Die Rechnung: Ein kaputter Superstar vernichtet nicht nur Punkte, sondern verhindert auch, dass der restliche Kader die nötige Dichte entwickelt.

Der Schritt ist brutal, aber logisch. Wer in der Fantasy-Liga mit begrenztem Budget um Titel spielt, kann sich keine 15-Prozent-Bremser leisten. Die Frage, die jetzt alle Manager umtreibt, lautet: Holt man Mbappé zurück, wenn er wieder fit ist?

Die 54-punkte-luxus-these

Die 54-punkte-luxus-these

Cañadas kann es sich erlauben, zu warten. 54 Zähler Vorsprung bedeuten, dass er bis zu drei Spieltage verschenken darf, ohne den ersten Platz zu verlieren. „Wenn er in den nächsten beiden, drei Spieltagen auftaucht, schaue ich rein. Danach nur noch, wenn er in meine restliche Kostenstruktur passt“, sagt er. Die Hintertür bleibt offen, aber nur mit Preisnachlass.

Währenddessen haben die Verfolger in Top MARCA und Top Movistar längst zugeschlagen. Dort steht Mbappé wieder in fast jeder Startelf. Frankreichs Testspiel-Tor gegen Brasilien – Sprint, Lupfer, Ederson geschlagen – ließ die Zweifler verstummen. Neun Liga-Spiele plus Champions-League-Viertelfinale liegen noch vor ihm. Die Statistik sagt: Wenn er läuft, liefert er.

Cañadas bleibt cool. „Ich baue lieber auf 14 gesunde Leistungsträger als auf ein 50-prozentiges Einzelkind.“ Am Ende zählt nicht der Name, sondern die Summe der einzelnen Spieltage. Und die zeigt: Wer jetzt noch zögert, verpasst vielleicht die letzte Chance, ohne sich aber zu ruinieren. Die Uhr tickt – und der Franzose kostet trotzdem 87,9 Millionen.