Mazet verlässt norwegen – frankreich holt den architekten des biathlon-traums zurück
Nach 150 Weltcup-Siegen und 40 Goldmedaillen dreht Siegfried Mazet den Spielfilm um. Der 48-jährige Shooting-Doktor verlässt das norwegische Biathlon-Imperium und unterschreibt beim französischen Verband bis 2029. Die Bombe platzte am Sonntag beim Saisonfinale in Oslo – und war längst kein Geheimnis mehr.
Mazet bestätigt den wechsel am holmenkollen
„Alle ahnen es, und ich denke, ich darf es laut sagen“, sagte Mazet am Rande des Rennens auf der Königin-Anneliese-Anlage. L’Équipe zitiert den Franzosen mit dem Satz, der in der internationalen Biathlon-Welt sofort Wellen schlägt: „Ich kehre zurück. In welcher Position, steht noch nicht fest, aber wir sind uns einig.“ Die offizielle Verkündung folgt am Montag, doch die Handschrift steht: Mazet wird künftig die Schießperformance der Equipe Tricolore optimieren.
2008 bis 2016 hatte er diesen Job bereits inne, bevor er nach Norwegen abwanderte. Dort baute er um die Stars um Johannes Thingnes Bø und Marte Olsbu Røiseland zur dominanten Schieß-Maschine um. Die Zahlen sind schlicht: 153 Weltcup-Einzel-Siege, 42 Titel bei WM und Olympia – alles unter seiner Federführung.

Frankreichs sportdirektor bouthiaux liefert die roadmap
Stéphane Bouthiaux, der neue sportliche Leiter des Franzosen-Verbandes, bestätigte gegenüber der Föderation: „Wir haben die letzten Tage genutzt, um jedes Detail zu klären.“ Der Vertrag läuft vier Jahre, Mazet erhält freie Hand bei der Neugestaltung des Schießtrainings. Die personelle Lücke entstand, nachdem Jean-Pierre Amat und Jean-Paul Giachino ihren Absprung zum Saisonende angekündigt hatten.
Mazet selbst klingt wie ein Mann, der den Kreis schließt: „Ich hatte das Privileg, das beste Team der Welt zu betreuen. Jetzt wechsle ich zum zweitbesten – und will es wieder nach oben bringen.“ Frankreichs Herren rangieren derzeit auf Platz vier der Nationswertung, die Damen auf Platz drei. Die Schießquote lag in der Saison 2025/26 bei 86,4 % – drei Prozentpunkte hinter Norwegen.

Die message an das feld: frankreich will angreifen
Für die Athleten heißt es Umstellen. Quentin Fillon Maillet, der beim Saisonende in Oslo noch überraschend Silber holte, sagte: „Wir wissen, was Mazet bewirkt hat. Wenn er uns jetzt auf die Zielscheibe bringt, können wir mit Norwegen und Schweden wieder gleichziehen.“ Die internen Zahlen zeigen: Frankreich verlor in dieser Saison 312 Sekunden allein durch Strafrunden – Platz sieben im Vergleich der Top-Nationen.
Der Verband investiert parallel in neue Technik: 1,2 Millionen Euro fließen in ein mobiles Lasersystem, das Mazets Konzept von Echtzeit-Feedback auf der Strecke unterstützt. Erste Tests laufen bereits in Le Grand-Bornand. Dort soll die neue Ära beginnen – mit dem Mann, der Norwegen zur Schieß-Weltmacht formte und nun die eigene Heimat wieder in die Spur bringt.
Die Konkurrenz reagiert mit Respekt. Schwedens Bundestrainer Johannes Lukas kommentierte lapidar: „Wenn Mazet zurückkommt, wird das Feld wieder enger.“ Die nächste Saison startet in drei Monaten. Dann entscheidet sich, ob Frankreichs Schützen endlich wieder ins Zentrum der Treffer treffen – oder ob Mazets Rückkehr nur ein Kuriosum bleibt. Die Wette gilt: Die Schieß-Karten sind neu gemischt.
