Maynar-fall: kein doping-urteil, aber ein profi-verbot!
Ein fast vierjähriger Rechtsstreit um den spanischen Radsportler Marcos Maynar hat ein überraschendes Ende gefunden. Während die Staatsanwaltschaft vehement auf Doping hinwies, betonte sein Anwalt Ángel Luis vehement, dass Maynar nicht wegen Doping verurteilt wurde. Stattdessen wurde er wegen der Übertragung verbotener Medikamente schuldig befunden – ein Urteil, das die Sportwelt spaltet und Fragen aufwirft.
Ein komplizierter fall mit vielen wendungen
Die Ermittlungen im sogenannten Ilex-Fall begannen vor Jahren mit dem Verdacht des Dopings gegen Maynar. Im Fokus stand zunächst auch der kolumbianische Radprofi Miguel Ángel López, obwohl dieser nie offiziell angeklagt oder untersucht wurde. Maynar selbst beteuert vehement, dass es sich bei der Substanz Menotropin nicht um eine von ihm verschickte handelt und widerspricht den Behauptungen der Staatsanwaltschaft.
“Hier ist klar geworden, dass diese Substanz nie beim Sportler angekommen ist”, erklärte Ángel Luis in einer Pressemitteilung. Er verwies auf das fünfte Rechtfertigungsfundament des Urteils, das seiner Meinung nach verdeutlicht, dass es keine ausreichenden Beweise für Doping gab. Die Verletzung von Miguel Ángel López im Giro d'Italia 2022 wurde als ein Schlüsselfaktor in den Ermittlungen betrachtet, doch die Verteidigung argumentiert, dass dies ein Fehleinschätzung war.

Astana-affäre und arbeitsrechtliche auseinandersetzung
Der Fall wirft auch einen Schatten auf das Team Astana. Zwischen Miguel Ángel López und dem Team kam es zu einem Arbeitsrechtlichen Streit, den der Radprofi gewann. Astana wurde zu einer Zahlung von 600.000 Euro verurteilt, die derzeit beschlagnahmt sind. Der Anwalt von López hat bereits um eine Kopie des Urteils gebeten, um es in zukünftigen Verfahren zu verwenden. Ein Detail, das viele übersehen: Die Staatsanwaltschaft hat Maynar nicht wegen Doping angeklagt, sondern das CELAD, eine Organisation, die sich im Fall engagiert hat.
“Die Zeugen, die von der Staatsanwaltschaft präsentiert wurden, sprachen sich letztendlich für die Verteidigung aus”, so Ángel Luis, der sich auf Aussagen von Dr. Emilio Nardi, dem Arzt von Astana, und Alexandre Vinokourov bezog. Auch die Arbeitsrechtliche Entscheidung gegen Astana stützte die Argumentation der Verteidigung, dass die Menotropin-Vorwürfe unbegründet waren.

Testi vs. menotropin: ein entscheidender fehler
Ein zentraler Streitpunkt ist die Verwechslung zwischen “Testi” und Menotropin. “In diesem Verfahren wurde Menotropin fälschlicherweise als eine Substanz angesehen, die Miguel Ángel López konsumiert haben soll, basierend auf abgefangenen Telefongesprächen und WhatsApp-Nachrichten”, erklärte der Anwalt. “Testi ist jedoch eine Substanz, die nicht verboten ist und über die tatsächlich gesprochen wurde.” Diese Fehlinterpretation sei ausschlaggebend für die Konstruktion des Falls gewesen.

Ein zweifelhaftes urteil und die zukunft von maynar
Obwohl Ángel Luis die UCO nicht der Verfolgung beschuldigt, hält er das Urteil für fragwürdig. Maynar wurde für 21 Monate von seiner medizinischen Tätigkeit ausgeschlossen. “Für mich ist es nur im Hinblick auf Doping positiv, für das diese Untersuchung begonnen hat”, betonte der Anwalt.
Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Die Verteidigung plant, gegen das Urteil Berufung einzulegen und argumentiert, dass das DCA (Dichloressigsäure) keine Doping-Substanz sei und die Quantifizierung in den Analysen fehlerhaft sei. Auch die Rolle des Labors, das die Analysen durchgeführt hat, wird in Frage gestellt. Maynar selbst fühlt sich als Opfer und beklagt die erneute Verwicklung in den Doping-Skandal. Die Zukunft des einst so vielversprechenden Sportlers bleibt ungewiss.
