Matthäus schießt gegen sané: „hätte ihn nicht nominiert“

Die Debatte um Leroy Sané im deutschen Nationalteam brodelt weiter. Nach der Bekanntgabe des Kaders von Julian Nagelsmann für die WM in den USA, Mexiko und Kanada meldete sich Lothar Matthäus mit deutlicher Kritik an der Nominierung des Flügelstürmers zu Wort. Der Rekordnationalspieler hält die Entscheidung für fragwürdig und hinterfragt die Leistungen des Spielers in den letzten Monaten.

Die zweifel des „fußballgurus“

Matthäus, bekannt für seine ungeschönten Einschätzungen, räumte zwar ein, ein gutes Verhältnis zu Sané zu pflegen, doch in der Sendung „Lothar legt los“ bei Bild ließ er keine Zweifel an seiner Meinung: „Ich hätte ihn nicht nominiert.“ Seine Argumentation fußt nicht nur auf den jüngsten Leistungen im DFB-Trikot, wo Sané zwar zwei Tore erzielte und drei Vorlagen gab, aber gegen vermeintlich schwächere Gegner. Matthäus fragte rhetorisch: „Gegen wen haben wir denn gespielt?“

Die Siege gegen Luxemburg (2:0), die Slowakei (6:0), die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) werden von Matthäus in diesem Zusammenhang relativiert. Er räumte zwar ein, dass Sané gegen die Slowakei ein „Weltklassespiel“ abgeliefert habe, stellte jedoch die Frage, ob ein solches Spiel ausreichen müsse, um die WM-Nominierung zu rechtfertigen, wenn andere Spieler konstantere Leistungen gezeigt hätten.

Galatasaray-leistungen und fan-unzufriedenheit

Galatasaray-leistungen und fan-unzufriedenheit

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Sanés Leistungen bei Galatasaray Istanbul. Dort sei er „nicht einmal Stammspieler“ und habe „die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt“, so Matthäus. Die Fans, so der ehemalige Nationalspieler, feierten ihn zwar gelegentlich, seien aber im Großen und Ganzen unzufrieden.

Obwohl Matthäus Sanés herausragende Fähigkeiten und sein Potenzial, einer Mannschaft „das gewisse Etwas“ zu verleihen, anerkannte, äußerte er deutliche Zweifel an der Begründung Nagelsmanns für die Nominierung. „Dass Nagelsmann ihn länger kennt, als vielleicht einen anderen Spieler, darf nicht ausschlaggebend für eine Nominierung sein“, betonte er. Er wünschte sich stattdessen die Nominierung von Said El Mala, dem „Köln-Juwel“, dessen „enorme Torquote“ ihn für ihn zur besseren Wahl gemacht hätte.

Matthäus bemängelte, dass das Leistungsprinzip, das beispielsweise bei der Nominierung von Manuel Neuer angewandt wurde, im Fall Sané „auf einmal nicht mehr in die Bewertung einbezogen“ werde. Die Entscheidung Nagelsmanns wirft Fragen auf und zeigt, dass die Kriterien für die WM-Nominierung offenbar nicht immer eindeutig sind.