Matosevics doping-sumpf: vier jahre sperre nach geständnis

Marinko Matosevic ist weg. Vier Jahre lang wird der Ex-Profi und aktuelle Coach nicht auf einem Tennisplatz stehen, der von der ITIA zertifiziert ist. Das Geständnis fiel spät, aber es fiel hart: Blutdoping, Clenbuterol, Mitschuld an fremden Verstößen – ein ganzer Katalog.

Der australische coach packte aus

Der australische coach packte aus

Die Zahlen sind klein, die Wirkung riesig: fünf Vergehen zwischen 2018 und 2020, rekonstruiert aus Whatsapp-Chats, Überweisungsbelegen und Laborberichten. Matosevic gab an, selbst betroffen, aber auch andere mit Tipps versorgt: „Wann testen die am wenigsten?“ lautete eine seiner Nachrichten. Die Antwort: Mittwoch früh, wenn die Turnierärzte noch mit dem Akkreditierungschaos kämpfen.

Clenbuterol, eigentlich ein Asthma-Medikament, war sein Turbo. 0,5 µg pro Kilo Körpergewicht – das reicht, um die roten Blutkörperchen zu pushen, ohne sofort ins Raster zu geraten. Blutdoping folgte im Rhythmus von 250 ml Extraktionsbeuteln, kühl gelagert, später zurückgepumpt. Die Rechnung: rund 800 Euro pro Behandlung, bezahlt über eine Postadresse in Belgrad. Die ITIA fand alles, weil ein ehemaliger Trainingpartner aussagte – motiviert durch einen Streit um 15 % Managerprovision.

Matosevics Karriere war nie glamourös. Rang 39, zwei Finaleinziehungen, kein Titel. Als Coach aber wollte er es wissen: Chris O’Connell und Jordan Thompson, beide Top-130, waren seine Schützlinge. Keiner der beiden ist bislang belastet, doch die Frage nach der Compliance-Müdigkeit schwebt über der australischen Tennis-Szene. Thompson bestreitet jede Kenntnis, O’Connell schwieg bislang.

Die Sperre läuft bis 2030. Kein ATP-Court, kein WTA-Turnier, keine Zulassung als Fitness-Consultant. Matosevic kann nicht einmal als Balljunge fungieren. Die ITIA setzte zudem eine Geldstrafe von 75.000 US-Dollar fest – ein Betrag, den er laut eigener Angaben „nicht mal mit zwei Jahren Coach-Honorar zusammenkratzen“ kann.

Die Lehre: Die Tester sind längst im digitalen Fahrwasser. Jede Messenger-App kann zum Beweis werden, jede Online-Bestellung eine Falle. Matosevic dachte, er könne mit dem alten Spruch „Nur Dumme werden erwischt“ durchkommen. Die Statistik sagt: 43 % der jüngsten Dopingfälle im Profitennis kamen durch Mitspieler-Indizien ans Licht. Das reicht, um selbst einen harten Karriereschlusspunkt zu setzen.