Martín am boden: defekt trübt motogp-sprint in assen

Assen – Jorge Martín, der auf dem Papier starke Mann der MotoGP-Szene, musste sich im Sprintrennen des Großen Preis von den Niederlanden mit einer herben Enttäuschung abfinden. Nach einer vielversprechenden Pole Position und einer führenden Position während des Rennens rutschte der Pramac-Ducati-Pilot auf einen enttäuschenden fünften Platz ab – ein Ergebnis, das er offen mit einem Reifenproblem begründete. Die neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer Marco Bezzecchi sind nun eine spürbare Belastung.

Die pole war trügerisch, das rennen ein albtraum

Martín selbst sprach von einem „verwirrten Tag“ und schilderte, wie er nach einer soliden Startphase die Führung übernahm, nur um dann nach gut der Hälfte des Rennens plötzlich jeglichen Grip im Heck zu verlieren. „Ich habe versucht, mich zu wehren, habe Fehler gemacht, es war ein seltsamer Kreislauf“, so der Spanier. Die letzten Runden waren demnach reine Schadensbegrenzung, ein Überlebenstraining, um zumindest noch Punkte zu erzielen.

Ein technisches Problem offenbarte sich, das den Rennausgang maßgeblich beeinflusste. „Ich war vorbereitet, aber etwas hat nicht funktioniert. Wir wissen noch nicht genau, was es war. Es ist schade, denn ich habe mich im Sprint schlechter gefühlt als im ersten freien Training, obwohl ich da langsamer war.“

Hoffnung auf den langen lauf – und ein besseres hinterrad

Hoffnung auf den langen lauf – und ein besseres hinterrad

Trotz des Rückschlags blickt Martín optimistisch auf das Hauptrennen am Sonntag. „Ich glaube, dass es sehr offen sein wird. Es gibt drei oder vier Fahrer, die um den Sieg kämpfen können, und ich bin einer davon“, erklärte er. Entscheidend wird nun sein, das Problem mit dem Hinterreifen zu lösen. „Ich muss etwas ausprobieren, denn ich kann nicht riskieren, dass ich morgen mit einem guten oder schlechten Reifen Glück habe.“

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Verbesserung des Gefühls für die Maschine. „Ich war im Qualifying gut im einen-Runden-Lauf. Mit der Änderung, die wir am Freitag vorgenommen haben, habe ich das Gefühl nach vorne deutlich verbessert. Das ist positiv. Aber im Rennen muss es eben funktionieren.“ Die Startprozedur ohne den Front-Control-Device soll ebenfalls optimiert werden, um die vielen Aufgaben gleichzeitig – Kraftkontrolle, Gas, Bremse, Kupplung – besser zu bewältigen.

Der Kampf gegen Bezzecchi war bitter. „Ich habe versucht, meine Position zu verteidigen, gegen Ai und Marco. Das ist Rennenfahren, da gehört es dazu.“ Doch der Defekt nagt am Selbstvertrauen. Ob Martín am Sonntag seine Ambitionen im Hauptrennen verwirklichen kann, hängt maßgeblich von der Lösung des Reifenproblems ab.

Die Wahrheit ist: Martins Aussagen lassen wenig Zweifel daran, dass der Reifenfehler nicht nur eine Ausrede war. Die Daten werden zeigen, ob die Werkstatt bis morgen ein funktionierendes Hinterrad liefern kann. Andernfalls könnte Bezzecchi seine Führung in der Meisterschaft ausbauen und Martín weiter in Bedrängnis bringen – ein Szenario, das der Spanier mit aller Macht verhindern will.