Marín: abschied vom badminton – und der blick nach vorn
Carolina Marín, die unangefochtene Königin des Badmintons, hat ihren Rücktritt verkündet. Ein abschied, der nicht ohne Schmerz kam, aber mit einer tiefen inneren Ruhe. Nach einer Karriere voller Triumphe und Rückschläge blickt die spanische Sportlerin nun in eine ungewisse, aber vielversprechende Zukunft.
Die entscheidung reift im stillen
Die Entscheidung, die Schläger zu hängen, sei nicht über Nacht gefallen, erklärt Marín in einem exklusiven Interview. Es war ein Prozess, der von den ständigen Verletzungen geprägt war, insbesondere von den wiederholten Problemen mit ihrem Knie. Die letzte Verletzung in Paris habe dabei das Aus deutlich gemacht. Doch anstatt sich dem Schmerz hinzugeben, nutzte sie die Zeit, um in ihrer Heimat Huelva zur Ruhe zu kommen und die nächsten Schritte zu planen.
“Ich habe es bis zum letzten Moment versucht. Es war eine sehr komplizierte, aber gleichzeitig sehr ruhige Entscheidung”, so Marín. Sie blickt zurück auf eine Karriere, die sie an ihre Grenzen getrieben hat und in der sie stets ihr Bestes gegeben hat.

Der leere platz und die neue bestimmung
Viele Athleten sprechen nach dem Rücktritt von einem Gefühl der Leere. Marín scheint jedoch immun gegen dieses Phänomen zu sein. “Ich habe dieses Vakuum noch nicht gespürt. Vielleicht kommt es, wenn diese Woche vorbei ist und der Alltag wieder beginnt.” Doch im Moment genießt sie die Zeit mit ihrer Familie und konzentriert sich darauf, ihr Erbe zu bewahren.
Ihr Ehrgeiz treibt sie an: “Ich möchte, dass in Spanien weiterhin über Badminton gesprochen wird.” Ein Ziel, das sie mit Nachdruck verfolgen will, indem sie sich der Förderung des Sports widmet. Dabei spielt auch die Erinnerung an ihre Großmutter eine Rolle, eine Frau von unermüdlicher Arbeitsmoral, die ihr stets ein Vorbild war.

Die verrücktesten trainingsmethoden
Marín verdankt einen Großteil ihres Erfolgs ihrem Trainer Fernando Rivas, der sie fast 20 Jahre lang begleitet hat. Seine Trainingsmethoden waren oft unorthodox, aber stets darauf ausgerichtet, sie an ihre absolute Spitze zu bringen. “Selbst mit dreimal gebrochenem Knie benutze ich immer noch die Abschnürbänder”, gesteht sie lachend. Diese Methode, die die Durchblutung der Muskeln verbessert, war ebenso umstritten wie das Training unter Sauerstoffmangel, bei dem sie in der Lage war, ohne Luft zu atmen zu trainieren. “Ich habe immer auf sie vertraut. Ich wusste, dass sie mich an meine Grenzen bringen würden.”

Mehr als nur ein sportlerherz
Marín hat nicht nur als Sportlerin Maßstäbe gesetzt, sondern auch als Persönlichkeit beeindruckt. Sie hat gelernt, ihre eigenen Grenzen zu überwinden, sowohl körperlich als auch mental. “Ich habe meine eigenen Grenzen mehr als nur überschritten”, sagt sie selbst. Sie hat gelernt, mit dem Druck umzugehen, mit dem sie als Weltklasse-Athletin konfrontiert war, und hat stets ihre Werte hochgehalten.
Nun, da sie sich dem Alltag zuwendet, wünscht sie sich vor allem, mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen und die einfachen Dinge des Lebens zu genießen. Aber eines ist sicher: Carolina Marín wird auch nach ihrem Rücktritt eine wichtige Stimme im spanischen Sport bleiben. “Ich möchte, dass in Spanien weiterhin über Badminton gesprochen wird.” Ein Vermächtnis, das sie mit Leidenschaft verteidigen wird.
Sie blickt in die Zukunft, offen für neue Möglichkeiten, und träumt davon, eine Badmintonakademie in Spanien zu gründen, um junge Talente zu fördern und den Sport in ihrem Land weiterzuentwickeln. Der abschied ist nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Kapitels im Leben der außergewöhnlichen Carolina Marín.
