Marín: abschied vom badminton, neubeginn mit würde
- Die entscheidung reift im stillen
- Kein gefühl der leere – noch nicht
- Die verletzungen als wendepunkt
- Der kämpferische geist – ein erbe der großmutter
- Fernando rivas: mehr als nur ein trainer
- Torniquets und hypoxie: die verrückten methoden
- Ein vermächtnis für das spanische badminton
- Mehr als nur eine medaille: die wahre karriere
Carolina Marín, die spanische Badminton-Ikone, hat offiziell ihren Rücktritt erklärt. Nach einer Karriere voller Triumphe und unzähliger Verletzungen blickt die dreifache Weltmeisterin auf eine außergewöhnliche Laufbahn zurück. Doch der Abschied fiel ihr alles andere als leicht – eine Entscheidung, die sie lange und schmerzlich abgewogen hat.
Die entscheidung reift im stillen
Marín betont, dass die Entscheidung zum Rücktritt eine ganz persönliche war. „Ich habe es selbst entschieden“, erklärt sie in einem exklusiven Interview. Die ständigen Knieverletzungen, die sie in den letzten Jahren geplagt haben, spielten dabei eine entscheidende Rolle. „Ich habe es bis zum Schluss versucht“, so Marín, „aber es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“ Der Schmerz war groß, aber die Gewissheit, dass ihr Körper nicht mehr mitzuspielen bereit war, erzwang den Schritt.

Kein gefühl der leere – noch nicht
Anders als viele andere Athleten, die sich von der Bühne verabschieden müssen, verspürt Marín momentan keine tiefe Leere. „Ich habe noch nicht das Gefühl, dass ich etwas verliere“, gibt sie zu. „Vielleicht kommt es, wenn diese Woche vorbei ist und der Alltag wieder einholt.“ Aber im Moment genießt sie die Zeit mit ihrer Familie und die Möglichkeit, sich auf andere Aspekte ihres Lebens zu konzentrieren.

Die verletzungen als wendepunkt
Marín spricht offen über die schweren Knieverletzungen, die ihre Karriere so stark beeinflusst haben. Besonders die Verletzung in Paris sei der Wendepunkt gewesen. „Da habe ich gesehen, dass es zu Ende ist“, erinnert sie sich. Der Gedanke an die bevorstehende Europameisterschaft 2026 in Spanien gab ihr jedoch neuen Mut und den Willen, noch einmal alles zu geben.

Der kämpferische geist – ein erbe der großmutter
Woher Marín diesen unbändigen kämpferischen Geist hat? Sie schaut ihrer Großmutter als Vorbild. „Sie war eine sehr fleißige und kämpferische Frau, die immer ihr Bestes gegeben hat“, erzählt sie. Aber auch ihre eigene Lebensgeschichte hat Marín geprägt. „Ich habe viele Hindernisse überwinden müssen. Ich habe sie alleine bewältigen wollen.“

Fernando rivas: mehr als nur ein trainer
Ein wichtiger Pfeiler ihres Erfolgs war zweifellos ihr Trainer Fernando Rivas. Seine innovative Methodik und seine unerbittliche Exigenz haben Marín zu Höchstleistungen getrieben. „Es war nicht immer einfach, seine Anforderungen zu erfüllen“, gesteht sie. „Aber er hat mich immer an meine Grenzen gebracht und mich übertroffen.“ Die Zusammenarbeit mit Rivas war geprägt von Vertrauen und gegenseitigem Respekt.

Torniquets und hypoxie: die verrückten methoden
Die Trainingsmethoden des Duos waren oft unorthodox und schienen auf den ersten Blick verrückt. Marín spricht von der Verwendung von Torniquets, die die Durchblutung der Beine einschränken, und von Hypoxietraining, bei dem in sauerstoffarmer Luft trainiert wird. „Ich habe mich oft gefragt, wie weit ich noch gehen kann“, gibt sie zu. „Aber ich habe immer auf sie vertraut.“
Ein vermächtnis für das spanische badminton
Marín hat sich viele Ziele für die Zukunft gesetzt. Sie möchte ihr Wissen und ihre Erfahrung an junge Talente weitergeben und dazu beitragen, das Badminton in Spanien weiterzuentwickeln. „Ich möchte, dass über Badminton auch nach meiner Karriere noch gesprochen wird“, erklärt sie. Sie träumt von einer eigenen Akademie, in der junge Spielerinnen und Spieler gefördert werden.
Mehr als nur eine medaille: die wahre karriere
Carolina Marín blickt auf eine Karriere zurück, die weit mehr umfasst als nur Medaillen und Titel. Sie hat Grenzen überschritten, Hindernisse überwunden und eine ganze Nation inspiriert. Und auch wenn der Abschied schwerfällt, ist sie voller Zuversicht für die Zukunft. „Ich habe meine eigenen Grenzen weit überschritten“, sagt sie mit einem Lächeln. „Und ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe.“
