Marco maier schraubt medaillen-score auf drei – bronze in premiere der sprint-verfolgung
Die Loipe von Cortina zitterte, als Marco Maier mit drei Schießfehlern ins Ziel raste. 14,3 Sekunden fehlten dem Allgäuer auf Gold – reichten aber für Bronze in der ersten Paralympic-Sprint-Verfolgung überhaupt. Mit dem dritten Podestplatz binnen sieben Tagen verwandelt der 26-Jährige das italienische Wintermärchen in seine persönliche Medaillen-Goldgrube.
Jiayun Cai (China) und Grygorii Vovchynskyi (Ukraine) blieben vor ihm unerreichbar, doch Maier schmunzelte trotzdem. „Ich wollte das Format erstmal erleben, nicht dominieren“, sagte er nach 7,5 km Schneepulver und zwei Schießeinlagen. Die neue Disziplin verlangt Taktik: Startzeiten ergeben sich aus dem Vor-Sprint, jede Strafrunde ballert 150 Meter Extralauf in die Wade.

Weg frei für maiers paralympic-comeback
Vor vier Jahren in Peking holte er noch Silber, doch der Weg zurück war steinig. Fehlende Finger an der linken Hand? IPC-Bürokraten zweifelte die Klassifizierung lange an. Erst 2018 durfte er offiziell in die „standing“-Startklasse, danach der Durchbruch mit Weltcup-Sieg in Östersund. Sein heutiger dritter Platz beweist: Wer beharrlich klopft, bekommt irgendwann eine Medaille in die Hand gedrückt.
Deutschland jubelt – und zählt. Mit Maiers Bronze plus der gleichfalls errungenen Bronzene von Anja Wicker steht das Team bei fünf Para-Biathlon-Medaillen in Mailand/Cortina. Vier fehlten noch, um den Vor-Olympia-Zehn-Ziel-Befehl zu erfüllen. Die Chancen stehen gut: Bevor die Flamme am Sonntag erlischt, warten noch Einzelrennen über 12,5 km.
Für Maier heißt das: keine Zeit, das nasse Eis der Siegerehrung abzuwarten. Gewehr rein, Pulver trocken – und ab auf die Matte. Seine Fans wissen: Wer einmal Bronze schmeckt, will mehr. Und wer so schnell rennt wie der Allgäuer, bekommt das Silber vielleicht schon in der nächsten Runde geschenkt.
