Marcio amoroso: „ich hätte in der serie a 30 tore geschossen! milan verpasste wegen henry die champions league“

Ein gespräch mit der brasilianischen torjägerlegende

Marcio Amoroso, ehemaliger Stürmer unter anderem von Udinese und Milan, spricht in einem exklusiven Interview über seine Karriere, verpasste Chancen und seine aktuelle Tätigkeit. Der 49-Jährige blickt zurück auf seine erfolgreiche Zeit in der Serie A und erklärt, warum er sich nach Italien sehnt. Er lebt heute in Campinas, Brasilien, und ist dort in verschiedenen Unternehmen tätig.

Udinese: der erste große schritt in europa

Udinese: der erste große schritt in europa

„Udinese war meine erste Liebe im europäischen Fußball“, erzählt Amoroso. „Gino Pozzo gab mir die Chance, mich hier zu beweisen. Anfangs war es nicht einfach, sich an den neuen Fußball und die Kälte zu gewöhnen. Ich wollte fast schon aufgeben. Aber dann fand Guidolin den Schlüssel: Sobald ich anfing zu treffen, konnte ich nicht mehr stoppen.“ Er erinnert sich gerne an seine Zeit in Udine, wo er 1998/99 Torschützenkönig der Serie A wurde.

Zico als mentor und das verpasste juve-angebot

Zico als mentor und das verpasste juve-angebot

Ein besonderer Dank gilt auch Zico. „Er war mein Förderer und gab mir viele wertvolle Ratschläge. Er sagte mir, ich solle nicht aufgeben und dass ich mich in Udine verlieben würde. Er hatte Recht.“ Amoroso enthüllt auch, dass er fast zu Juventus Turin gewechselt wäre. „Ancelotti wollte mich unbedingt zu Juve holen. Es gab Gespräche über einen Tausch mit Henry. Aber Henry lehnte ab, und der Deal platzte. Im Nachhinein bin ich froh darüber, denn ich wurde am Ende Torschützenkönig der Serie A.“

Die unvergessene zeit beim ac milan

Die unvergessene zeit beim ac milan

„Es war ein Traum, für Milan zu spielen. Ich bin mit den Toren von Van Basten und den Zaubertricks von Savicevic aufgewachsen“, schwärmt Amoroso. Obwohl er bei Milan nicht die gleiche Rolle spielte wie bei Udinese, schätzt er die Zeit dort sehr. „Galliani war ehrlich zu mir: ‚Du kommst als vierte Spitze.‘ Ich akzeptierte das gerne. Carlo bevorzugte Sheva, Inzaghi und Gilardino. Ich hätte mir vielleicht etwas mehr Einsatzzeit gewünscht, aber ich war stolz, Teil dieses Teams zu sein. Ich schoss sogar das entscheidende Tor im Elfmeterschießen gegen Roma, das uns in die Champions League brachte.“

Der stolz, torschützenkönig der serie a zu sein

Der stolz, torschützenkönig der serie a zu sein

„Ich bin der letzte brasilianische Torschützenkönig der Serie A. Das ist ein großer Stolz für mich“, sagt Amoroso. „Ich habe 22 Tore erzielt und Batistuta geschlagen. Das freut mich besonders, wenn man bedenkt, dass in Italien so viele Weltklassespieler wie Ronaldo, Ronaldinho, Robinho und Adriano gespielt haben.“

Von fußball zu padel und footvolley

Von fußball zu padel und footvolley

Heute ist Amoroso als Unternehmer tätig und betreibt vier Unternehmen in Campinas. Außerdem hat er ein Sportzentrum für Padel und Footvolley eröffnet, das er persönlich leitet. „Ich bin ein Mensch, der immer aktiv sein muss. Ich kann nicht stillsitzen. Ich habe ein Unternehmen für Haushaltsgeräte, eines für Telefonie und eines für Tiernahrung. Und dann das Sportzentrum, das mir viel Freude bereitet.“

Wie viele tore würde amoroso heute schießen?

Wie viele tore würde amoroso heute schießen?

„Mit der richtigen Mannschaft im Rücken könnte ich heute 30 Tore in der Serie A erzielen“, schätzt Amoroso. „Früher waren die Abwehrreihen stärker, heute hat sich das geändert.“ Er sieht Parallelen zu Neymar, der ebenfalls über einen starken Dribbling und eine ähnliche Spielweise verfügt.