Maradona's 'hand of god': shilton's unforgiving truth
Peter Shilton, der legendäre englische Torwart, hat in einem seltenen Gespräch seine tiefe Verbitterung über den berüchtigten „Hand Gottes“-Treffer von Diego Maradona im Jahr 1986 erneut zum Ausdruck gebracht. Jahrzehnte später schmerzt die Erinnerung noch immer – und Shilton prangert die Unfähigkeit der Schiedsrichter an, den klaren Regelverstoß zu erkennen.
Ein schatten über einer glanzkarriere
Shilton, der mit über 1300 Spielen und 125 Länderspielen eine beeindruckende Karriere vorweisen kann, schirmt das Thema Maradona seit Jahren ab. Jede Frage zu diesem einen Moment, der seine Karriere überschattete, wird mit einem Kopfschütteln quittiert. Es ist ein Trauma, das sich tief in seine Erinnerungen eingebrannt hat, trotz seiner zahlreichen Erfolge, darunter zwei Europapokalsiege und ein Titel in der Premier League.

Die sucht und der weg zurück
Doch Shiltons Geschichte ist mehr als nur ein Fußballtrauma. Nach seiner aktiven Karriere kämpfte er mit einer schweren Glücksspielsucht, die seine Finanzen, Beziehungen und sein Selbstwertgefühl zerstörte. „Ich habe die Probleme vor allen verborgen gehalten. Die Wetten haben mich ruiniert“, gesteht er offen. Der Weg zurück war lang und beschwerlich, unterstützt von seiner Frau Steph. Heute engagiert sich Shilton mit seiner Stiftung „Shiltons’ Silverlining“ für Suchtkranke und deren Familien.

Der moment der erkenntnis
Wie sah dieser Moment aus, in dem Shilton begriff, dass er am Tiefpunkt angekommen war? „Ich war ganz allein, ohne Geld. Das Glücksspiel ist wie eine Droge, man ist abhängig von der Euphorie, vom Gewinn. Man verliert alles und hört nicht auf.“ Dank seiner Frau konnte er sich befreien und ein neues Leben beginnen.

Die strittige szene im detail
Zurück zum entscheidenden Moment in Mexiko '86: Shilton ist sich sicher, dass er den Ball abgewehrt hätte. „Als der Ball nach Hoddles Fehler kam, bin ich sofort in den Strafraum gerannt und wollte ihn mit der Faust abwehren. Ich war sicher, dass ich ihn bekomme, ich war sogar vor Maradona.“ Doch Maradona war schneller und lenkte den Ball mit der Hand ins Tor. „Der Schiedsrichter und seine Assistenten waren die Einzigen im Stadion, die den Handspiel nicht gesehen haben. Ich war geschockt. Der Schiedsrichter hat sich geweigert, den Fehler einzugestehen.“

Vergebung? ein ferner traum
Ob Shilton Maradona jemals vergeben konnte? „Nach dem Spiel haben wir uns nie wieder gesehen oder gesprochen. Wenn er noch am Leben wäre, hätte sich nichts geändert.“ Ein Angebot, ein gemeinsames Foto für Millionen – Shilton und Maradona lehnten ab. Shiltons Fokus liegt nun darauf, die Erinnerung an Maradona nicht mit der „Hand Gottes“ zu verbinden, sondern an sein außergewöhnliches Talent.
Ein blick in die zukunft
Die englische Nationalmannschaft träumt vom Weltmeistertitel, der seit 1966 fehlt. Shilton blickt optimistisch in die Zukunft. „Wir alle träumen davon, für England den Pokal zu heben. Southgate hat gute Arbeit geleistet, jetzt ist Tuchel da. Er hat eine schwierige Aufgabe, aber ich bin sicher, er wird sie meistern.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt – und Shilton glaubt fest daran, dass England wieder eine Weltklasse-Mannschaft ist.
