Maradona: psychologe enthüllt drogen- und persönlichkeitsstörung – ex-frau schockiert mit vorwürfen
Buenos Aires – Der Fall Diego Maradona spitzt sich zu. Während der Prozess gegen sieben medizinische Betreuer wegen möglicher Fahrlässigkeit im Umgang mit dem verstorbenen Fußballidol weiterläuft, hat Psychologe Carlos Diaz schockierende Details bekannt gegeben. Er belastet das Umfeld des „Pibe de Oro“ schwer und wirft ein düsteres Licht auf die Umstände seines Todes.
Diagnose: bipolare störung und narzissmus
Diaz, der als Suchtexperte fungierte, gab im Gerichtssaal von San Isidro an, Maradona habe zu seinem Lebenszeit sowohl an einer bipolaren Störung als auch an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung gelitten. „Im Fall von Maradona mussten wir zusätzlich zur Abhängigkeit von Alkohol und Psychopharmaka diese psychischen Erkrankungen behandeln“, so Diaz. Er hatte den Superstar kurz vor seinem Tod getroffen und schilderte, dass Maradona damals „einen echten Wunsch nach Veränderung“ gezeigt habe.
Diaz betonte, dass er lediglich dabei geholfen habe, Maradona in einem Entzugsprogramm zu unterstützen, welches seiner Aussage nach auch erfolgreich war. „Maradona konsumierte täglich Drogen, wurde aber nach 23 Tagen ohne Substanzkonsum abstinent“, erklärte er. Ein toxikologisches Gutachten bestätige dies. Doch das Geständnis des Psychologen geht noch weiter: „Mir wurde gesagt, dass sein Drogenmissbrauch eng mit seinen sportlichen Erfolgen verbunden war und er mit der Frustration, wenn diese ausblieben, nicht wusste, wie er umzugehen hatte.“

Familie manipulierte? ex-partnerin schlägt alarm
Die emotionale Zuspitzung im Prozess kam durch die Aussage von Verónica Ojeda, Maradonas Ex-Partnerin und Mutter seines Sohnes Dieguito, zustande. „Diese Mörder, diese Hurenkinder!“, schrie sie Carlos Diaz an, während ein Audio-Nachricht abgespielt wurde, in der Maradona den Psychologen abwertend erwähnte. Ojeda erhob schwere Vorwürfe: „Jetzt verstehe ich die Manipulation, die sie an der ganzen Familie ausgeübt haben. Mir sagten sie das eine, seinen Töchtern das andere, um uns nicht zusammenzuhalten.“ Die Vorwürfe der Manipulation und des Vertrauensbruchs belasten das Bild des Betreuerteams zusätzlich.
Der Prozess, der mit zwei Verhandlungstagen pro Woche weitergeht, könnte sich bis Juli hinziehen. Die sieben Angeklagten drohen mit Haftstrafen zwischen acht und 25 Jahren, sollten sie für schuldig befunden werden. Die Frage, ob Maradona Opfer von Vernachlässigung oder gar vorsätzlicher Handlungen wurde, bleibt vorerst unbeantwortet.
