Hannover patzt! münster schnuppert aufstiegsträume

Schock in der 2. Bundesliga: Hannover 96, eigentlich auf dem Weg in die Relegation, patzte am 32. Spieltag gegen das Schlusslicht Preußen Münster mit einem müden 3:3. Ein Ergebnis, das die Aufstiegshoffnungen der Niedersachsen zumindest kurzzeitig dämpft und den Gästen einen Achtungserfolg beschert, wenn auch ohne direkten Rettungswert.

Die roten geraten in panik

Vor 49.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Maschsee präsentierte sich Hannover zunächst als der erwartet dominante Favorit. Doch die Preußen, die mit dem Rücken zur Wand standen, zeigten von Beginn an eine beeindruckende Moral und taktische Disziplin. Imad Rondic, der Bosnier im Münsteraner Sturm, sorgte mit einem Kopfball nach einer Ecke für die frühe Führung (25.). Shin Yamada erhöhte die Führung wenig später, als er einen Ball von der Torauslinie freivorschoss (39.).

Die schnelle Antwort der 96er erfolgte prompt: Mustapha Bundu, der mit einer beeindruckenden Einzelleistung für das 1:1 sorgte (45.+1), und nur vier Minuten später war er es erneut, der den Ausgleich herstellte (45.+4). So ging es mit einem gerechten 2:2 in die Kabinen.

Nach der Pause drückte Hannover, doch Münster hielt stand. Und dann kam der Moment, der das Spiel komplett auf den Kopf stellte: Stefan Thordarson, mit einem kapitalen Fehlverhalten der Hintermannschaft bedient, ließ aus spitzem Winkel das 3:2 für Münster zur 85. Minute fallen. Ein Tor, das für eine furiosen Jubel der kleinen Delegation an Münster-Fans sorgte.

Doch die dramatische Wendung ließ nicht lange auf sich warten: Jorrit Hendrix, der eingewechselte Mittelfeldspieler, markierte in der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleich (90.+3) und sorgte für kollektives Entsetzen auf den Rängen der 96-Anhänger. Es war ein Spiel voller Emotionen, voller Kampfgeist und voller verpasster Chancen.

Münster zeigt herz, hannover nerven

Münster zeigt herz, hannover nerven

Die Mannschaft von Christian Titz kann auf ein ansprechendes Spiel zurückblicken, auch wenn der Punktgewinn im Abstiegskampf kaum hilft. Hannover hingegen muss sich fragen, wie es in der entscheidenden Phase der Saison mit der Nervenstärke aussieht. Die Relegation ist zwar noch im Blick, doch die Patzer häufen sich.

Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Hannover 96 hat in den letzten fünf Spielen nur noch sieben Punkte geholt. Ein Alarmsignal für die Verantwortlichen, das ernst genommen werden muss. Denn im Aufstiegsrennen ist jeder Punkt kostbar – und jeder Fehler wird gnadenlos bestraft. Der Kampf um die Bundesliga ist noch lange nicht entschieden.