Manuel feller stoppt: rücken, leiste, psyche – saison vorbei
Manuel Feller zieht den Stecker. Nach zehn Jahren mit Ischiasschmerzen, einem Leistenbruch und einer Schambeinentzündung sagt der Tiroler die restliche Weltcup-Saison ab und sucht die Klinik statt die Piste.
Die Entscheidung fällt knapp nach den Winterspielen, wo er mit Vincent Kriechmayr Silber in der Team-Kombination holte. „Körper und Geist haben mir klar signalisiert, dass jetzt Schluss ist“, erklärt der 33-Jährige. Der ÖSV bestätigt: Es folgen wohl zwei Operationen – eine an der Wirbelsäule, eine an der Leiste.
Feller hatte sich schon im herbst zurückgezogen
Den Anfang markierte ein Zusammenbruch im Oktober. Die jahrelang ignorierten mentalen Lasten brachen sich Bahn, Feller nahm sich frei, arbeitete mit Psychologen, kehrte zurück und gewann in Kitzbühel. Doch der Sieg war ein Strohfeuer. Die Bandscheiben drückten weiter auf das Ischias-Nervenbündel, die Leistenmuskulatur riss, das Schambein entzündete sich. Olympia war ein letztes Adrenalin-Feuerwerk, danach war der Tank leer.
Die Konsequenz: keine Startnummer mehr in Palisades Tahoe, keine Heim-WM in Saalfelden. Stattdessen Narkose, Reha, Neustart. In der Slalom-Gesamtwertung liegt er als bester Österreicher auf Rang neun – ein Trostpodium, das ihm niemand neidisch macht.

Ösv verliert seinen technischen anker
Fellers Ausfall hinterlässt ein Loch. Er war die Konstante im Slalom-Kader, seit 2012 auf der Tour, mit drei Weltcup-Siegen, 15 Podestplätzen und einem Ruf als Streckenakrobat. Für Sportdirektor Markus Mayr fehlt nun der Mann, der Speed und Technik verbindet. Vincent Kriechmayr, Lucas Braathen und Adrian Pertl müssen die Führung übernehmen, während Feller auf der Liege liegt.
Die Zahlen sind hart: 327 Weltcup-Einsätze, 13.153 gefahrene Weltcup-Punkte, aber seit 2020 keine Saison ohne Ausfall. Die Innsbrucker Privatklinik Kettenbrücke wird seine zweite Heimspielstätte. Wiederkommen? „Nach vollständiger Genesung“, sagt er. Das klingt nach 2025 – wenn die Schmerzen endlich Geschichte sind.
