Mancini verlässt katar: rückkehr zur nationalmannschaft im fokus?

Ein überraschender Abschied erschüttert den Katarischen Fußball: Roberto Mancini hat seinen Posten als Coach von Al Sadd abrupt verlassen, nur wenige Wochen nach dem Gewinn der Meisterschaft. Doch hinter dieser Entscheidung könnte ein ganz persönliches Ziel stecken – die Rückkehr an die Seitenlinie der italienischen Nationalmannschaft.

Die meisterschaft als abschiedsvisitenkarte

Mancini führte Al Sadd zu einem beeindruckenden Titelgewinn, wendete eine schwierige Situation in eine glorreiche Geschichte um. Sein Abschied kam jedoch unerwartet, und die offizielle Begründung – er habe „nicht das gefunden, was er suchte“ – wirft Fragen auf. Diese Andeutung ließ er bereits bei einem Auftritt in Parma fallen, wo er seine Absichten subtil andeutete.

Ein herz für die azzurri

Ein herz für die azzurri

Die Sehnsucht nach der Nationalmannschaft schwingt bei Mancini mit. Er hat selbst mehrfach betont, wie besonders es sei, sein Land zu vertreten und wie die Atmosphäre in Coverciano ihn beflügelte. Der Gewinn der EM 2021 unter seiner Leitung, ein unvergesslicher Moment mit Gianluca Vialli an seiner Seite, ist tief in seinem Herzen verankert. „Für einen Trainer gibt es nichts Schöneres, als die Nationalmannschaft zu führen“, betonte er unlängst.

Die überraschende Entlassung im Sommer 2023, die bei vielen Fans für Unmut sorgte, ist zwar noch präsent, doch Mancini scheint entschlossen, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und um Wiedergutmachung zu bitten. Er hat sich bereits für seine damaligen Entscheidungen entschuldigt und signalisiert seine Bereitschaft, „einen Akt der Liebe für den italienischen Fußball“ zu vollziehen – ein Zitat, das von Giovanni Malagò, dem aussichtsreichen Kandidaten für den Präsidentenposten des italienischen Fußballverbands (FIGC), in den Raum geworfen wurde.

Die Kluft zwischen Mancini und dem bisherigen Verband ist zwar noch vorhanden, doch sein Angebot, sich an die Gehaltsvorstellungen der FIGC anzupassen (rund zwei Millionen Euro), deutet auf eine ernsthafte Ambition hin. Gerüchte über eine geforderte einjährige Tätigkeit ohne Bezahlung, um die Vergangenheit zu vergessen, halten sich hartnäckig, sind aber eher als Spekulationen anzusehen.

Die konkurrenz schläft nicht

Die konkurrenz schläft nicht

Während Mancini seine Karten offenlegt, bleibt Malagò hinsichtlich der Suche nach einem neuen Bundestrainer zurückhaltend. Die Wahl wird am 22. Juni fallen, und bis dahin möchte er keine voreiligen Schlüsse ziehen, „denn die Spiele werden danach gemacht“, so seine Aussage. Antonio Conte, einst ein heißer Kandidat, hat sich mittlerweile in der Trainer-Rangliste etwas zurückgefallen, während die Idee, Pep Guardiola zu verpflichten, zwar verlockend klingt, aber finanziell kaum realisierbar ist.

Mancini hat seinen Schritt getan. Ob er damit den Weg für eine zweite Chance als Nationaltrainer ebnet, wird sich in Kürze zeigen. Die Fans der Azzurri dürfen gespannt sein, ob Mancini seinen Traum von einer erneuten Führung der italienischen Nationalmannschaft wahr werden lässt.