Leonardo fioravanti: historischer sieg im surfweltcup!
Die Wellen des Pazifiks haben Geschichte geschrieben: Leonardo Fioravanti, der 24-jährige Surfer aus Rom, hat beim Surf City El Salvador Pro den Sieg geholt und damit einen Meilenstein für das italienische Surfen gesetzt. Ein Triumph, der nicht nur Fioravanti selbst, sondern die gesamte Surfgemeinde begeistert.
Der erste italienische champion im wsl-tour-format
Es ist eine Sensation: Fioravanti ist der erste Athlet aus Italien – und sogar aus dem gesamten Mittelmeerraum – der ein Etappenrennen der World Surf League (WSL) für sich entscheiden konnte. Der Jubel nach seinem Sieg über den Weltranglistenersten Italo Ferreira war schier unbändig. Tränen der Erleichterung und Freude vermischten sich mit dem salzigen Wasser, als er aus dem Pazifik kletterte, von seinen Freunden Ramzi Boukhiam und Connor O’Leary bejubelt.
Der Sieg hat eine besondere Bedeutung, denn er ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit und Entschlossenheit. Fioravanti, der mit der Startnummer 46 – eine Hommage an Valentino Rossi – ins Rennen ging, bewies in El Salvador, dass er zu den besten Surfern der Welt gehört. Die Spannung der letzten Jahre, in denen der Sieg ihm immer wieder knapp entglitten war, lastete schwer auf ihm. Denkwürdig ist dabei der verpasste Sieg in Pipeline, Hawaii, im vergangenen Jahr, der ihn tief getroffen hatte. Doch dieser Rückschlag hat ihn nur noch weiter angetrieben.
“Es ist surreal!”, rief Fioravanti überwältigt, kämpfend mit den Emotionen. “Dieser Sport ist so hart, so verdammt hart. Ich habe die letzten zehn Jahre meines Lebens in den Versuch gesteckt, einen Sieg zu erringen. Ich war so nah dran, und jetzt… es ist unglaublich.”

Respekt vor team und mentor
Neben dem eigenen Erfolg vergass Fioravanti auch, seinem Team Respekt zu zollen. Er bedankte sich bei seinem Coach Richard “Dog” Marsh, seinen Freunden und seiner Frau Sophia Wilson, die er im September geheiratet hat. Worte, die von wahrer Dankbarkeit zeugen: “Sie hat mir gesagt, ich solle nicht gewinnen, wenn sie nicht dabei ist. Und heute ist sie nicht da. Ich liebe dich!”
Der Sieg über Italo Ferreira, den amtierenden Weltmeister und führenden der Weltrangliste, unterstreicht Fioravantis außergewöhnliche Leistung. Ferreira, der mit einer angelegten Knieverletzung ins Finale ging, war zwar ein harter Gegner, doch Fioravanti zeigte eine beeindruckende Kontrolle und Präzision. Schon in den frühen Minuten der Finalrunde übernahm er die Führung mit einer starken Welle, die er mit 8,33 Punkten bewertete, und hielt diese bis zum Schluss. Der Italiener hatte sich in den vorherigen Runden gegen starke Konkurrenten wie Mateus Herdy, Samuel Pupo, Marco Mignot und Kanoa Igarashi durchgesetzt.
Besonders erwähnenswert ist der Sieg gegen Kanoa Igarashi, mit dem Fioravanti jahrelang im Quiksilver-Team surfte. Nach einer zunächst spannenden Phase, in der Fioravanti mit einem hervorragenden ersten Score in Führung lag, wartete er geduldig auf die nächste Welle, während Igarashi versuchte, aufzuholen. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Minuten, als Fioravanti seine Klasse unter Beweis stellte und den Sieg sicherte.
Mit diesem triumphalen Erfolg klettert Fioravanti in der Weltrangliste auf den dritten Platz, eine historische Platzierung für italienische Surfer. Die Fissw, der italienische Surffederation, gratulierte ebenfalls überschwänglich und betonte die Bedeutung dieses Erfolgs für die Entwicklung des Surfens in Italien. “Leo hat nicht nur sein Talent und seine Hingabe bewiesen, sondern auch einen wichtigen Meilenstein für den italienischen Surfsport gesetzt”, erklärte Claudio Ponzani, Präsident der Fissw.
Der nächste Halt ist Brasilien, wo die sechste Etappe des WSL-Tour in Saquarema ausgetragen wird. Doch bevor es so weit ist, wird Fioravanti seinen Sieg gebührend feiern – ein Sieg, der das italienische Surfen auf die Weltkarte geschrieben hat.
