Türkische fans trotz früherkennung enttäuscht: wm-debüt endet mit schock
Köln – Die Euphorie war greifbar, die Nachtkurze zahlreich. Doch der frühe Traum von der Weltmeisterschaft ist für die türkischen Fans im Rheinland abrupt geplatzt. Australien schlug die Türkei mit 2:0, und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Rückkehr nach 24 Jahren WM-Abstinenz zerbrach vor den Augen tausender Fans.
Frühschicht und fußballfieber: köln wird zur türkischen hauptstadt
Schon Stunden vor Anpfiff um 6 Uhr morgens pulsierten die Straßen rund um den Rudolfplatz und den Hohenzollernring in Köln. Cafés wie das Mado waren ausverkauft, und mehr als 1.000 Anfragen liefen herein. Junge Türken mit Trikots und Flaggen mischten sich zwischen den letzten Nachtschwärmern, skandierten „Türkei, Türkei!“ und ließen sich von der Vorfreude anstecken. Der frühe Termin schreckte niemanden ab, wie Emircan S. feststellte: „Die Uhrzeit ist nicht das Problem, wenn es um die Nationalmannschaft geht!“
Auch in Düsseldorf herrschte eine ähnliche Atmosphäre – das „Ottomann“ war bereits drei Tage nach der Bekanntgabe ausverkauft. Mehmet Sanli, der die Nacht durchwachte, erklärte mit leuchtenden Augen: „Ich konnte nicht schlafen, genau wie unsere Jungs drüben wach waren.“

Schock und enttäuschung: das tor für australien trifft die fans hart
Die anfängliche Euphorie wich schnell Ernüchterung. Das frühe Tor für Australien in der 27. Minute traf die Fans wie ein Schlag. „Ein Schock! Aber die letzte Hoffnung stirbt zuletzt“, kommentierte Osman Akin die Situation.
Die Stimmung draußen auf dem Hohenzollernring kippte, die Trommeln verstummten, und die Gesichter zeigten pure Enttäuschung. Aylin Catal, die extra aus Solingen angereist war, fasste die Stimmung zusammen: „Wir sind extra früh aufgestanden, die Motivation war da, jetzt kommt die Ernüchterung.“
Arda A., der kurz vor Anpfiff noch in Dormagen gearbeitet hatte, hatte sogar einen „Fuffi“ auf einen türkischen WM-Titel gesetzt. Doch auch seine Hoffnung ist geplatzt.

Trotz allem: die hoffnung stirbt zuletzt
Trotz der Niederlage und der Enttäuschung ist die Unterstützung für die Nationalmannschaft ungebrochen. Die Fans versprechen, auch beim nächsten Spiel um vier Uhr morgens wieder dabei zu sein. „Wir haben noch zwei Spiele. Ich bin Optimist, kein Realist“, sagte Emircan S., während er mit seinem Freund Hüseyin A. trotz allem die türkische Flagge hochhielt. Die Leistung bei der Europameisterschaft hatte viele überzeugt, und die Hoffnung auf ein besseres Ergebnis gegen Paraguay und die USA ist noch nicht gänzlich geschwunden. Die Autokorsos durch Köln zeigten, dass die Leidenschaft für die türkische Nationalmannschaft weiterhin brennt – egal ob Sieg oder Niederlage.
Die bittere Realität: Die Rückkehr in den WM-Alltag wird für die türkischen Fans etwas schmerzhafter als erwartet.
