Mallorca: trainerwechsel und millionendeal – neuanfang in der segunda?
Ein Erdbeben in Palma: Luis García übernimmt das Ruder beim FC Mallorca, während die Abfindung für Ex-Trainer Demichelis bereits vergessen scheint. Der Verein steht vor einer finanziellen Wende, die den Aufstiegskampf in der Segunda División deutlich erleichtern könnte – zumindest auf dem Papier.
Verkäufe generieren rekordsummen
Der Abgang von Luis Demichelis, der für 2,5 Millionen Euro an einen unbekannten Verein verkauft wurde, war nur der Auftakt zu einer Reihe von Transfers, die die Kassen des FC Mallorca ordentlich füllen. Allein der Verkauf von Enes Muriqi an Fenerbahçe brachte 15,5 Millionen Euro ein, wenngleich die Lazio Rom einen satten Gewinnanteil von 45% bei zukünftigen Verkäufen sicherstellen konnte. Zusätzlich verließen Pablo Maffeo für 3 Millionen Euro den Verein und Ridván Yilmaz Larin generierte durch seinen Wechsel zum Olympiakos Piräus weitere 3 Millionen Euro. Die Gesamtsumme der Einnahmen in diesem Transferfenster beläuft sich damit auf beeindruckende 18 Millionen Euro.

Laliga hilft finanziell aus der patsche
Doch damit nicht genug: Als frisch abgewerter Verein erhält der FC Mallorca von LaLiga eine beträchtliche Solidaritätszahlung in Höhe von 18,5 Millionen Euro. Diese Summe übertrifft die der Konkurrenten Girona (18,2 Millionen Euro) und Oviedo (9 Millionen Euro) bei Weitem und katapultiert Mallorca an die Spitze der Liga Hypermotion, was das Team zum finanziell stärksten Zweitligisten macht. Die Zahlung ist die höchste, die ein abgewerter Verein in der Geschichte der Liga erhalten hat. Allerdings darf der Verein lediglich 50% dieser Summe für die Kaderkosten einsetzen, während die restlichen 50% an die Bedingung geknüpft sind, dass der Aufstieg in die Primera División verfehlt wird.

Neues kapital für neue spieler
Die Kombination aus Transfererlösen und der Solidaritätszahlung verschafft dem FC Mallorca einen Startkapital von insgesamt 39 Millionen Euro – eine Summe, die in der Segunda División seinesgleichen sucht. Nun stehen Spieler wie Jan Virgili, Leo Román und Samú Costa vor dem Absprung, was dem Verein weitere 20 Millionen Euro einbringen könnte. Sportdirektor Pablo Ortells verfügt somit über erhebliche Mittel, um ein Team zusammenzustellen, das den Aufstieg in die erste Liga ernsthaft in Angriff nehmen kann. Die jüngsten Transferaktivitäten von Ortells trugen jedoch maßgeblich zum Abstieg des FC Mallorca bei, insbesondere der Wintertransfermarkt, in dem lediglich Kalumba und Luvumbo verpflichtet wurden, während der Verein dringend einen erfahrenen Innenverteidiger, einen Außenverteidiger und einen Stürmer benötigte.
Luis garcía unter druck
Luis García hat nun die Chance, seine Fehler wiedergutzumachen und zu zeigen, dass er das Potenzial besitzt, das Team zum Erfolg zu führen. Er steht unter großem Druck, da ein Teil der Fans seine Verpflichtung skeptisch beurteilt. Die Frage ist, ob er in der Lage ist, die enormen finanziellen Ressourcen sinnvoll einzusetzen und ein Team zu formen, das nicht nur finanziell, sondern auch sportlich überzeugt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Geld allein keinen Aufstieg garantiert. Leganés, mit dem größten Budget der letzten Saison, kämpfte bis zum Schluss gegen den Abgrund.
Die nächste Saison wird zeigen, ob der FC Mallorca seine finanzielle Stärke in sportlichen Erfolg umwandeln kann. Eines ist jedoch sicher: Mit einem Startkapital von 39 Millionen Euro und dem Potenzial für weitere Einnahmen hat der Verein die besten Voraussetzungen, um in der Segunda División zu dominieren – oder zumindest zu scheitern.
