Evenepoel vor tour-start in gefahr: verpasst er die belgische meisterschaft?
Barcelona steht vor der Tür, und für Remco Evenepoel könnte der Traum vom zweiten Tour-de-France-Erfolg platzraub werden. Der belgische Superstar, gerade erst Dritter im Gelben Trikot, droht eine Disqualifikation, sollte er die nationale Meisterschaft seines Landes verabsagen – ein Fehler, der seine Teilnahme am prestigeträchtigsten Radrennen der Welt gefährden würde.

Die harte realität belgischer vorschriften
Die Regeln sind unerbittlich: Für belgische Profis ist die Teilnahme an der belgischen Straßenradmeisterschaft obligatorisch. Massimo Van Lancker, Sportdirektor des belgischen Radsportverbands, machte deutlich, dass es hier keine Grauzonen gibt. “Es gibt keine Ausnahmen. Die belgische Meisterschaft ist für alle Profis verpflichtend, unabhängig von ihrem Status oder Profil”, erklärte Van Lancker gegenüber Wielerflits. Einen Fehler kann sich Evenepoel derzeit nicht erlauben.
Der Grund: Wer gegen diese Regel verstößt, muss mit einer neun Tage dauernden Sperre rechnen. Das würde Evenepoel den Start in die Tour de France unmöglich machen. Ein ärztliches Attest kann die Strafe zwar aufheben – doch die Frage ist, ob Evenepoel bereit ist, dieses Risiko einzugehen. Sein Team, Red Bull Bora Hansgrohe, muss nun fieberhaft nach einer Lösung suchen, um den Ausnahmesportler doch noch am Start in Barcelona sehen zu können.
Evenepoel, der bereits 2022 die Vuelta a España für sich entscheiden konnte und damit den ersten belgischen Grand-Tour-Sieg seit 1978 feierte, hat sich in den letzten Jahren als einer der dominantesten Fahrer im Peloton etabliert. Ein verpasster Tour-Start wäre daher nicht nur für ihn, sondern auch für den belgischen Radsport ein herber Schlag.
Die Entscheidung liegt nun bei Evenepoel: Riskiert er eine Sperre, um seiner persönlichen Vorbereitung Priorität einzuräumen, oder stellt er sich den nationalen Verpflichtungen, um zumindest eine Chance auf den Tour-Sieg zu haben?
