Malgin lässt lugano zittern – zsc lions treffen wie aus der pistole geschossen
Simon Hrubec war schon nach acht Minuten im Schweiß, doch als die Sirene ertönte, stand der Torschützenkönig der Nacht vor uns: Denis Malgin, zwei Mal aus fünf Metern, zwei Mal kein Zurück. Die ZSC Lions haben das erste Viertelfinal-Duell gegen den HC Lugano mit 3:0 geklaut – und dabei die Statistik genauso ignoriert wie die Tessiner Nerven.
Die zahlen lügen, das ergebnis nicht
42 Schüsse feuerten die Gäste aufs Tor, 25 erwartete Treffer laut «Expected Goals»-Modell. Was zählt, steht auf der Anzeigetafel: 0 Treffer, 0 Punkte. «Du kannst schießen, bis dir der Arm schmerzt – wenn du triffst, zählt nur das», sagte Malgin, während er Eis von der Schutzbrille kratzte. Die Szene, die ihn zum 3:0 beförderte, war typisch für den Abend: Luganos Verteidiger Julien Vauclair und Fabio Hofer krachten gleichzeitig in den Zürcher Angreifer, doch der Puck war schon im Netz. «Hat nicht so wehgetan, wie es aussah», lachte Malgin – und meinte damit wohl auch Luganos Chancenverwertung.
Calvin Thürkauf stand mit nacktem Oberkörper in der Mixed Zone, die Stimme heiser vom Kommandieren. «Wir haben die Bühne bespielt, aber das Skript vergessen», sagte der Captain. Seine Analyse trifft den Nagel auf den Kopf: Lugano dominierte die Zone, vergaß aber, die Scheibe zur Zone der Wahrheit zu bringen. Hrubec ließ sich nicht ein einziges Mal in die Butterfly-Position zwingen, blieb aufrecht, schnell, ein Fels. «Er liest Spiele wie ein Thriller», schwärmte ZSC-Coach Rikard Grönborg, «und am Ende ist immer der Goalie der Held.»

Die lions ziehen den kopf ein – und den nächsten schritt
In der Kabine herrschte geschäftliche Stimmung. Kein Champagner, keine Lieder, nur das Summen der Eismaschine. «Wir haben Montag in Lugano keine Sekunde verschenken wollen», erklärte Sven Andrighetto, während er seine Schienbeinschoner in eine Plastiktüte stopfte. Die Botschaft ist klar: Die Serie ist erst dann gewonnen, wenn drei weitere Mal die rote Lampe flackert. Für die Tessiner gilt das Umgekehrte: Sie müssen jetzt ihre Kaltblütigkeit finden, die sie in der Regular Season auszeichnete – oder die Saison endet vorzeitig im eigenen Eisfeld.
Der Zug rollt weiter, und mit ihm die Erkenntnis: Effizienz ist kein Zufall, sondern eine Frage der Einstellung. Malgin traf zweimal, weil er bereitstand, wo der Puck landete. Hrubec hielt alles, weil er bereitstand, wo der Schuss kam. Lugano war überall – nur nicht da, wo es zählt. Das nächste Spiel ist am Montag. Dann wird klar, ob die Tessiner lernen, was die Lions schon beherrschen: Dass man nicht dominiert, um zu gewinnen – sondern gewinnt, weil man trifft, wenn es darauf ankommt.
