Malagò übernimmt: neuanfang für den italienischen fußball
Rom – Giovanni Malagò ist neuer Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC). Nach seiner klaren Wahl mit 68,58 Prozent der Stimmen steht der Mann vor einer Mammutaufgabe: Den italienischen Fußball zu sanieren und wieder auf Kurs zu bringen. Das erste Ziel: Ein konstruktives Verhältnis zum Sportminister Andrea Abodi.
Dialog statt konfrontation: der schlüssel zur zukunft
Die Atmosphäre zwischen FIGC und Regierung war in den letzten Monaten angespannt. Malagò hat angekündigt, dieses Kapitel endgültig abzuschließen. Bereits am Freitag steht ein entscheidendes Treffen mit Abodi auf dem Programm – ein symbolischer Akt des guten Willens und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Denn Fußball und Politik müssen Hand in Hand gehen, wenn Italien seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen will. Nach drei verpassten Weltmeisterschaften ist der Druck enorm.

Nachwuchs fördern: das zola-modell als vorbild
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen FIGC-Führung ist die Förderung des Nachwuchses. Die Initiative der Lega Pro unter Matteo Marani und Gianfranco Zola, die Vereine für die Integration junger Spieler belohnt, soll nun auf die Serie A und B ausgeweitet werden. Ab der Saison 2028/29 müssen die Clubs in ihren Kadern eine Mindestanzahl von acht eigenen Nachwuchsspielern stellen. Die finanziellen Anreize für den Einsatz junger Talente werden zudem drastisch erhöht – bis zu 400 Prozent! Das ist ein deutliches Signal an die Vereine, in die Zukunft zu investieren.

Steuerliche ungleichheit: der kampf um wettbewerbsfähigkeit
Die Abschaffung der Steuervergünstigungen im sogenannten „Decreto Crescita“ für Spitzensportler stellt eine erhebliche Belastung für die italienischen Vereine dar. Malagò hat angekündigt, diesen Punkt auf die politische Agenda zu setzen. Ohne diese Anreize wird es für italienische Clubs schwer, mit der Konkurrenz in anderen europäischen Ländern mitzuhalten. Die Forderung nach einer Reform des „Decreto Crescita“ ist daher dringlicher denn je.

Em 2032: die stadienfrage
Die Vorbereitungen für die Europameisterschaft 2032 laufen auf Hochtouren. Bis Oktober muss die FIGC eine Liste mit fünf Stadien an die UEFA übermitteln. Torino, Mailand und Rom stehen fest, während die Entscheidung über die weiteren Stadien noch aussteht. Palermo, als südlichste Stadt, macht ernsthafte Hoffnungen. Ob die italienischen Arenen bereit sind, ein solches Großereignis auszurichten, wird sich zeigen. Die Zeit drängt, denn die Bauarbeiten müssen bis März nächsten Jahres abgeschlossen sein, um eine Abgabe an die Türkei zu verhindern. Die Uhr tickt!
Malagò steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Aber mit Entschlossenheit, Dialogbereitschaft und einem klaren Blick für die Zukunft kann er den italienischen Fußball wieder zu alter Stärke führen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein.
