Borussia mönchengladbach: der wertverfall schreit nach veränderung!
Ein Blick auf die Kurve genügt: Borussia Mönchengladbach steckt in einer finanziellen Krise, die in der Bundesliga ihresgleichen sucht. Während andere Klubs ihre Spielerwerte steigern, schmilgelt der Marktwert der Fohlenelf seit fast einem Jahrzehnt. Die Bilanz ist alarmierend und zeigt die Notwendigkeit eines radikalen Umdenkens.
Die wurzeln des problems: eberls erbe und corona-schock
Die Ursachen für diesen dramatischen Wertverlust liegen auf der Hand. Der Abgang von Max Eberl im Jahr 2022 hinterließ einen Kader, der mit überhöhten Gehältern belastet war. Hinzu kamen die Abgänge von Leistungsträgern wie Matthias Ginter, Marcus Thuram, Ramy Bensebaini und Lars Stindl – Spieler, die in der Champions League Maßstäbe gesetzt hatten und nun ablösefrei zu anderen Vereinen wechselten. Die Corona-Pandemie setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Die finanzielle Situation des Vereins wurde dadurch weiter verschärft.
Doch es gab auch Lichtblicke. Roland Virkus erkannte früh, dass eine Reduzierung der Kosten und der Aufbau neuer Werte unerlässlich waren. Allerdings lastete der Druck des Umfelds, das weiterhin an eine Königsklassen-Qualifikation glaubte, schwer auf den Schultern des Vereins.
Die Zahlen lügen nicht: Im September 2016 bewertete man den Kader der Borussia auf stolze 166 Millionen Euro. Bis 2020 stieg dieser Wert sogar auf 310 Millionen Euro an. Aktuell liegt er lediglich noch bei 154 Millionen Euro – ein Verlust von zwölf Millionen Euro oder 7,2 Prozent. Nur Schalke 04 verzeichnete in der Bundesliga einen noch größeren Wertverlust.

Schröders plan: günstige transfers und talentförderung
Nun kommt Rouven Schröder ins Spiel – die letzte Hoffnung für die Fohlen. Der neue Sport-Boss will den Wertverlust nachhaltig stoppen und den Verein neu aufbauen. Sein Ansatz ist pragmatisch und auf langfristigen Erfolg ausgerichtet. Bereits in seiner ersten Transferperiode sparte er 4,5 Millionen Euro ein, indem er Abgänge clever vermittelte und sogar kleine Beraterprovisionen einstreifte.
Im Sommer setzt Schröder auf eine Strategie der Geduld und des gezielten Einkaufens. Er will der aufgeheizten Transferphase nach der WM entgehen und stattdessen auf vielversprechende, aber preiswerte Talente setzen. Bisher hat er bereits sieben neue Profis für insgesamt 9,5 Millionen Euro verpflichtet – darunter Namen wie David Herold, Isac Lidberg und Hugo Bolin. Es sind keine Erfolgsgaranten, aber Spieler mit Entwicklungspotenzial, die dem Verein langfristig helfen können.
Gleichzeitig werden alte Verträge bereinigt. Mit dem Verkauf von Rocco Reitz an Leipzig, Winsley Boteli nach Sion und den Abgängen von Jonas Omlin und Marvin Friedrich konnte Schröder bis zu 25 Millionen Euro einnehmen. Ein Großteil dieses Geldes fließt in die Tilgung laufender Kosten, weshalb eine weitere Ausdünnung des XXL-Kaders unausweichlich ist. Spieler mit hohen Gehältern, wie beispielsweise Florian Neuhaus, müssen den Verein verlassen.
Borussia setzt verstärkt auf die Förderung eigener Talente. Der größte Hoffnungsträger ist derzeit Wael Mohya (17 Jahre), dessen Marktwert bereits bei 17 Millionen Euro liegt. Man träumt davon, dass er die Dimension des Rekordabgangs Granit Xhaka erreichen kann – der damals für 45 Millionen Euro zum FC Arsenal wechselte. Das war vor zehn Jahren. Die Zeit für eine Trendwende ist jetzt!
Die Marktwert-Kurve muss endlich wieder nach oben zeigen. Schröder hat die Weichen gestellt. Ob es gelingt, die Fohlenelf wieder auf Kurs zu bringen, wird die Zukunft zeigen. Aber eines ist klar: Mit harter Arbeit, cleveren Transfers und dem Glauben an die Jugend kann Borussia Mönchengladbach wieder zu alter Stärke zurückfinden.
