Mainz verschenkt führung gegen bayern: bungert spricht von „bitterer“ niederlage
Ein halbe Stunde lang schien es fast unglaubwürdig: Mainz 05 führte gegen den FC Bayern München mit 3:0. Doch statt den vorzeitigen Klassenerhalt zu feiern, ging die Partie in einem dramatischen zweiten Durchgang unter – und die Rheinhessen kassierten eine knappe 3:4-Niederlage. Die Frustration war nach dem Spiel greifbar, besonders bei den Spielern wie Phillipp Mwene und Paul Nebel.

Die bayern wehren sich – und mainz lässt nach
Die Bayern, die in dieser Saison bereits eine Niederlage einstecken mussten, zeigten im Laufe der zweiten Halbzeit ihre beeindruckende Größe. Trainer Thomas Tuchel schickte Weltklassespieler wie Michael Olise, Harry Kane und Jamal Musiala ins Rennen, was die Mainzer Abwehr vor enorme Probleme stellte. Die anfängliche Euphorie wich zusehends der Verzweiflung, als die Bayern einen Tor nach dem anderen erzielten. Die Mainzer konnten dem Druck nicht standhalten, und die Führung schmolz dahin.
„Die Bayern sind nicht unser Gradmesser“, versuchte Mwene, die Situation zu relativieren. Doch die Wahrheit ist, dass die Mainzer in der zweiten Hälfte deutlich nachließen. Niko Bungert, der Sportdirektor, brachte seine Enttäuschung zum Ausdruck: „Ich weiß nicht, ob es in dieser Bundesliga-Saison gegen Bayern schon eine solche Statistik gegeben hat. Wir haben uns von der Wucht in der zweiten Halbzeit den Schneid abkaufen lassen. Es ist sehr schade, dass wir mit leeren Händen dastehen.“
Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Ein xG-Wert von 2,69 zu 2,21 und 21 zu 11 Torschüssen verdeutlichen, dass Mainz zwar offensiv gefährlich war, aber an Effizienz und Konsequenz mangelte. Urs Fischer, der FSV-Trainer, kritisierte ebenfalls die Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben den Betrieb fast ein bisschen eingestellt.“
Ein taktischer Wechsel, bei dem Paul Nebel und Nadiem Amiri ihre Positionen tauschten, sollte die Kontrolle über Olise auf der rechten Seite des FC Bayern zurückgewinnen. Doch auch Nebel konnte den präzisen Schuss von Olise nicht verhindern, der zum zwischenzeitlichen 2:3 führte. „Wenn man gegen Bayern in einen Negativstrudel gerät, dann wird es schwierig“, räumte Nebel ein.
Die Niederlage von St. Pauli in Heidenheim hielt den Abstand zum Relegationsplatz zwar konstant, doch die verpasste Chance, den Klassenerhalt bereits jetzt zu sichern, wiegt schwer. Nebel bezeichnete die Situation als „doppelt bitter“. Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich am kommenden Sonntag beim Gastspiel beim FC St. Pauli, der derzeit auf dem 16. Platz rangiert und acht Punkte weniger auf dem Konto hat.
Die Mainzer müssen sich nun fragen, wie sie die zweite Halbzeit gegen Bayern so schnell wieder vergessen können und sich auf die kommenden Aufgaben konzentrieren. Die Aufgabe ist klar: Es gilt, die Lehren aus dieser Enttäuschung zu ziehen und mit neuer Energie in die nächste Partie zu gehen. Andernfalls könnte der Kampf um den Klassenerhalt doch noch einmal spannender werden.
