Mainz 05 vor riesen-chance: historisches viertelfinale gegen olmütz greifbar nah

Die Mainzer Nacht vom 18. März 2026 könnte in die Vereinsgeschichte eingehen. Um 18:45 Uhr rollt im Mewa-Stadion der Ball, und mit ihm die Chance auf das erste Europapokal-Viertelfinale überhaupt. Nach dem 0:0 in Olmütz reicht den Rheinhessen ein Sieg gegen Sigma, um den Traum von Leipzig am 27. Mai Realität werden zu lassen.

Urs fischer schaltet auf sieg-modus

Trainer Urs Fischer spricht nicht mehr drum herum. „Wir können Geschichte schreiben“, sagt der Schweizer und schlägt dabei rhythmisch mit der flachen Hand auf das Pult im Presseraum. Die Zahlen sprechen für ihn: Mainz blieb in dieser Conference-League-Saison ungeschlagen, kassierte in fünf Heimspielen nur zwei Gegentore. Doch die Tabelle interessiert Fischer wenig. „Kompakt stehen, Zweikampf stellen, das ist Olmütz‘ DNA. Wer denkt, dass die hier einbrechen, wird eines Besseren belehrt.“

Der Kader nagt an den Grenzen. Stefan Bell, Robin Zentner, Nadiem Amiri – alle drei fallen aus. Dazu die Langzeitverletzten Silas, Benedict Hollerbach, Andreas Hanche-Olsen. Der Winter-Neuzugang Sheraldo Becker ist im Europapokal gesperrt. Fischer muss improvisieren, wer neben Phillip Tietz stürmt. Nelson Weiper oder Armindo Sieb? Die Entscheidung fällt erst kurz vor dem Aufwärmen.

Die stimmung kocht – und die kasse auch

Die stimmung kocht – und die kasse auch

31.000 Zuschauer werden erwartet, der Durchschnitt der bisherigen Heimspiele. Christian Heidel rechnet laut „Kicker“ bereits mit 14 Millionen Euro Zusatzeinnahmen durch die Europacup-Teilnahme. Abzüglich Prämien und Reisekosten bleiben rund acht Millionen übrig – Geld, das in Kaderplanung und Nachwuchs fließt. Ein Viertelfinal-Einzug würde die Summe noch einmal nach oben treiben, egal ob danach Racing Straßburg oder HNK Rijeka wartet.

Torhüter Daniel Batz spürt die Energie. „Dann kribbelt es“, sagt der 35-Jährige über das Playoff-Fieber. Nach dem klaren 2:0 in Bremen wächst das Selbstvertrauen, doch Batz warnt: „Wenn wir nur 95 % bringen, fliegen wir raus.“ Die Olmützer haben in der Qualifikation schon Galatasaray und Real Betis aus dem Wettbewerb geworfen. Ein 0:0 ist für sie ein gefährliches Ergebnis, weil jeder Auswärtstreffer sofort den Favoriten unter Druck setzt.

Der plan: früh starten, spät durchdrehen

Der plan: früh starten, spät durchdrehen

Fischer will seine Mannschaft von Anfang an hoch pressen, die Außenverteidiger mitziehen lassen und so Lücken für Tietz und Co. schaffen. Die Gefahr: Olmütz kontert schnell über die Flügel, vor allem links mit Václav Jurečka. Mainz muss das Gleichgewicht finden zwischen Risiko und Kontrolle. Die erste Viertelstunde wird den Ton angeben. Schaffen die Rheinhessen ein frühes Tor, entlädt sich die Arena in einem ohrenbetäubenden Kessel. Lässt man den Gegner entführen, wird die Nacht zur Zitterpartie.

Um 20:30 Uhr wissen wir mehr. Entweder feiert Mainz den größten Europacup-Sieg seiner Geschichte, oder Sigma schreibt seine eigene Fußball-Märchen. Für Fischer steht fest: „Wer sich nicht traut, zu gewinnen, hat schon verloren.“ Die Mainzer wagen es – und wollen endgültig das Fürchten lehren im Europapokal.