Mailand schlägt zurück: 8-millionen-eisplan nimmt form an

Die Lichter waren aus, die Verhandlungen liefen im Geheimmodus – jetzt wird das Eis dünn für die Konkurrenz. In Mailand formiert sich eine neue Ice-Hockey-Franchise, finanziert mit bis zu acht Millionen Euro und angefeuert von Olympia-Bauern sowie einem Krypto-Imperium.

Intercom und house of doge treiben den milano-puck voran

Christof Leitner, Chef von Intercom Dr. Leitner GmbH, lieferte schon die Stahlträger für Milano-Cortina 2026. Nun will er die Tribünen füllen. Gemeinsam mit der Krypto-Firma House of Doge – seit September Mehrheitseigner des FC Triestina – steckt er hinter dem Projekt „Mailand zurück in die Ice Hockey League“. Das verriet Leitner dem Tiroler Portal Salto.bz nach der Generalversammlung in Villach. Die offizielle Präsentation ist für April angepeilt, das Budget zwischen sechs und acht Millionen Euro, zusätzliche lokale Investoren sind im Gespräch.

Die Liga selbst wartet nur noch auf die formale Bewerbungsmappe. Commissioner Christian Feichtinger ließ keinen Zweifel: „Milano ist die Wirtschaftshauptstadt Italiens – perfekt für ein internationales Produkt wie unseres.“ Die Hürde: Bei der Mitgliederversammlung Ende Mai/Anfang Juni braucht der neue Klub acht Ja-Stimmen aus zwölf stimmberechtigten Teams. Budapest, als Gast-Mitglied, darf nicht mitabstimmen.

Rho-fiera wird zur eis-arena – zumindest vorläufig

Rho-fiera wird zur eis-arena – zumindest vorläufig

Der Eisstadion-Mangel war jahrelang der K.o.-Punkt. Die Lösung kommt aus der Olympia-Ecke. Die Fondazione Fiera baut auf dem Gelände von Rho eine temporäre Spielstätte für 4.000 Zuschauer, termingerecht bis Oktober. „Wir arbeiten parallel an einem permanenten Standort, aber die provisorische Halle sichert den Spielbetrieb für die ersten beiden Saisons“, sagt Präsident Giovanni Bozzetti. Kosten trägt die Stiftung plus Sponsoren, die operative Nutzung wird noch verhandelt. Sollte die Liga-Zulassung platzen, entsteht trotzdem eine kleinere Eissporthalle für 2.000 Plätze – Bozzetti will die Eis-Tradition der Stadt nicht mehr ruhen lassen.

Die Uhr tickt. Noch bis 15. März kann die Franchise offiziell gemeldet werden, um die Saison 2026/27 zu bestreiten. Die FISG-Führung um Andrea Gios telefoniert täglich mit Bozzetti und Leitner. Die Zeichen stehen auf Powerplay – und diesmal soll das Projekt nicht nach drei Jahren vom Eis verschwinden, sondern mit Nachwuchsakademie und Trainingszentrum verwurzeln.

Mailand hat 102 Jahre nach der Gründung seiner ersten Eishockey-Mannschaft die Chance, sich zurück in die europäische Elite zu schieben. Die Scheibe ist auf dem Eis, die Zeit läuft ab – wer zögert, fliegt gegen die Bande.