Mahuchikh fliegt über 2,01 m: ukrainerin krönt sich zur indoor-queen von toruń
2,01 Meter – und die Serie ist komplett. Yaroslava Mahuchikh sichert der Ukraine beim Auftakt der Hallen-Weltmeisterschaften in Toruń die erste Goldmedaille, räumt damit als erste Hochspringerin sämtliche Titel im Leichtathletik-Zirkus ab und lässt die Konkurrenz alt aussehen.
Die 24-jährige aus dnipro schreibt geschichte
Keine Atempause, kein Zögern. Die 24-Jährige aus Dnipro geht auf 2,06 Meter, scheitert dreimal, doch das ist Makulatur. Mit 2,01 Meter hat sie schon entschieden – und sich selbst in die Geschichtsbücher katapultiert: Olympiasieg, WM-Titel im Stadion, WM-Titel in der Halle, zwei EM-Golds draußen, drei drinnen. Keine andere Hochspringerin trägt diese Sammlung.
Hinter ihr bleiben drei Athletinnen bei 1,99 Meter hängen. Nicola Olyslagers, die Australierin, eigentlich Dauersiegerin der letzten Jahre, muss sich mit Silber zufriedengeben. Die Serbin Angelina Topic, erst 20, erbt das Talent der Mutter – und Yuliia Levchenko, Mahuchikhs Nationalteam-Kollegin, komplettiert das ukrainische Doppel auf dem Podest.

Italiens sprinter rutschen durchs auge des nadelöhrs
Bei den Azzurri läuft es nach Plan – und mit viel Glück. Samuele Ceccarelli und Filippo Randazzo schlüpfen als jeweils Dritte ihrer Vorläufe ins Halbfinale über 60 Meter, obwohl sie nur drei Tausendstel Vorsprung auf den Viertplatzierten haben. Ceccarelli stoppt die Uhr bei 6,62 Sekunden, Randazzo bei 6,63. Mit Platz 18 und 23 im Zwischenranking wartet heute Abend eine Ziehung gegen die US-Asse.
Trayvon Bromell warf schon im Vorlauf 6,52 Sekunden auf die Platte, gefolgt vom Belgier Simon Verherstraeten und dem Jamaikaner Bryan Levell (6,53). Jordan Anthony läuft trotz dickem Bluterguss am Arm 6,54 – die Dopingkontrolleure trafen am Donnerstag daneben, ein Koagulat blieb zurück.

Fiebernd zu bestzeit: coiro stellt die messlatte
Eloisa Coiro schüttelt die Grippe ab und schockt das Feld über 800 Meter. Die Römerin diktiert die Tempogabe, geht in 59,71 Sekunden durch die 400-Marke, lässt sich von der Britin Boffey überholen, hängt sich in die Schleppe und spurtet in 1:59,87 Minuten zur Tagesbestzeit ins Halbfinale. Nur elf Hundertstel fehlen zur Bestmarke, doch die Härte hat sie verschlissen.
Laura Pellicoro fliegt trotz 2:01,99 Minuten raus – Platz 19 reicht nicht. Alessandra Bonora verbessert über 400 Meter ihre Bestzeit auf 52,20 Sekunden, wird fünftbeste Italienerin aller Zeiten – und trotzdem Dritte in ihrem Lauf. Die 18. Gesamtplatzierung bedeutet Aus. Dario Dester beginnt im Siebenkampf mit 6,93 s über 60 m Hürden stark, verletzt sich dann am Adduktoren und rettet sich mit 14,87 m im Kugelstoßen. Der Schweizer Simon Ehammer führt nach drei Disziplinen mit 2876 Punkten.
Ab 19.35 Uhr steht das Triple-Spektakel an: Andy Diaz und Andrea Dallavalle jagen im Dreisprung Edelmetall. Die Italiener haben schon Bronze im Gepäck – und jetzt die Chance, die Medaillenfarbe zu wechseln.
