Magdeburg zerlegt szeged und ballert auf köln zu
35:28 in der Pick-Arena – ein Vorsprung von sieben Toren im Champions-League-Viertelfinale. Der SC Magdeburg schlägt Pick Szeged mit der Kälte eines Schlachters und macht den Einzug ins Final Four am 13./14. Juni in der Kölner LANXESS Arena plötzlich greifbar.
Schiedsrichter-wirrwarr kocht wiegert hoch
Die Partie war keine 40 Minuten alt, da flog Bennet „Benno“ Wiegert die gelbe Karte an den Ohrfeige-Reflex: Der SCM-Coachingchef tobte über die serbische Gespannschaft Marko Boricic/Dejan Markovic, die erst einen Rempler von Elvar Örn Jonsson gegen Mate Fazekas nur mit Zweiminuten ahndeten, dann wiederum Haaresbreiten-Entscheidungen zugunsten der Hausherren fällten. Wiegerts Stimme überschlug sich, die Bank hielt den Atem an – und Szegeds Fans drehten frei.
Die Magdeburger ließen sich nicht beirren. Torhüter Sergey Hernández schraubte sich mit elf Paraden in einen Rausch, Matej Mandić killte zwei Siebenmeter. Vorne zogen Gisli Kristjánsson und Albin Lagergren mit je sieben Treffern die Spannung aus der Halle. Felix Claar schlug mit sechs Toren zusätzlich ein, bevor er die Schultern sinken ließ: „Perfektes Ergebnis, aber 60 Minuten in der GETEC Arena warten. Wir wissen, was Szeged aufzuwühlen vermag.“

Blut, pfeifkonzert, durchbruch
Der Abend begann mit einem Schockmoment: Gleb Kalarash blutete aus der Nase, musste runter, durfte erst nach Verbandswechsel zurück. Die Ungarn zogen das Tempo, Magdeburg antwortete mit einem 6:0-Lauf zur Pause. Danach schlug Szeged zweimal zu, doch jedes Mal hatte Wiegert eine Antwort parat. Als Lagergren das 30:24 warf, war die Arena auf Sparflamme.
Die Pokal-Blamage gegen Stuttgart und Kiel ist damit abgehakt. Magdeburg zeigte Reife, spielte die Uhr herunter, ohne die Contenance zu verlieren. Jetzt droht nur noch eine Hürde: das Rückspiel am kommenden Donnerstag in Sachsen-Anhalt. Die Favoritenrolle trägt der Titelverteidiger – und er trägt sie laut.
35:28, sieben Tore Vorsprung, ein Fuß im Final Four. Der SC Magdeburg hat Szeged nicht nur geschlagen, er hat ihm die Seele aus dem Leib gepfiffen. Köln riecht schon nach Mecklenburger Bier.
