Pulisic versinkt im tor-debakel: milans offensive lahmt seit 16 spielen

Seit 28. Dezember herrscht Feuer am San Siro – aber nur auf den Rängen. Auf dem Rasen ist Milans Angriff erstarrt, und Cristian Pulisic trägt die Hauptschuld. 16 Partien, null Treffer, trotz elf Starts in dieser Phase. Die Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht für jeden, der den US-Boy nach seiner Einstandssaison noch als Differenzmacher feierte.

Die erste saisonhälfte war eine lüge

Acht Tore in elf Einsätzen zwischen August und Weihnachten ließen die Curva träumen. Doch der Traum schlug einen kalten Winter um: Seit dem 2:1 gegen Hellas Verona schlittert Pulisic durch Spiele, ohne den Ball im Netz versenken zu können. Coach Massimiliano Allegri rotiert, verändert Positionen, drückt auf die Schultern – nichts fruchtet. Gegen Juventus am Wochenende war der 27-Jährige wieder ein Gespenst, nur Alexis Saelemaekers rüttelte mit einem Lattenkracher die Tribüne wach.

Die Konsequenz: Milan erzielte in 34 Serie-A-Spielen gerade einmal 48 Tore – Platz 3 rettet sich allein über die beste Abwehr der Liga (27 Gegentreffer). Ohne die Riesen von Mike Maignan und Fikayo Tomori wäre die Champions-League-Rückkehr längst Makulatur.

Allegris schulterschluss wirkt wie ein befreiungsschlag

Allegris schulterschluss wirkt wie ein befreiungsschlag

„Pulisic ist ein sensibler Spieler, er spürt die Last der Flaute intensiver als andere“, schob der Coach nach der 0:0-Pleite gegen Juve hinterher. Gemeint: Der Offensivmann brauche eine feste Spitze, um seine Dribblings und diagonalen Läufe zu entschlüsseln. Die Leihe von Niclas Füllkrug sollte diese Lücke füllen – blieb aber ein Blindgänger: ein Tor in 17 Partien, dazu eine Blessur, die seine Spritzigkeit raubte.

Die Gazzetta dello Sport spricht offen aus, was Milans Bosse beschäftigt: Pulisic wirke „traurig und hilflos“, ein Star, der sich selbst nicht mehr erkennt. Auch im US-Nationalteam setzt die Trockenheit vier Länderspiele lang fort, letztes Tor: das 2:0 gegen Japan im September.

Milan steht vor der Zerreißprobe: Noch drei Spieltage, dann entscheidet sich, ob die Saison 2025/26 mit Champions-League-Prämien oder mit einem blutleeren Budget endet. Allegri beteuert, er halte an seinem Flügelflitzer fest. Doch intern rufen Statistiker nach Alternativen: Romelu Lukaku soll im Sommer die Kasse sprengen, Noa Lang wird als günstigerer Feuerlöscher gehandelt.

Pulisic selbst gibt sich kämpferisch: „Ich bleibe positiv, bin topfit. Die Tore werden kommen.“ Die Uhr tickt. Wenn der Bann nicht bricht, riskiert Milan nicht nur den Liga-Top-3-Platz, sondern auch den Glauben an ein Projekt, das einst um Pulisic gebaut wurde. Die nächsten 270 Minuten werden zeigen, ob der Amerikaner seine Karriere beim Rossonero rettet – oder ob der Klub sich nach 18 Monaten schon wieder verabschiedet.