Magdeburg wackelt, gewinnt und schon jagen sie alle dem scm hinterher

27:25 in Düsseldorf – mehr Brustring als Glanzleistung. Doch am Ende zählt nur eins: Der SC Magdeburg baut seine Handball-Bundesliga-Spitze auf sieben Punkte aus, und selbst der Meister aus Berlin schaut nach oben und staunt.

Flensburg patzt, berlin blitzt, leipzig sinkt

Während Bennet Wiegerts Mannschaft in der Burgmauer-Arena noch die Hände schüttelte, weil ihnen gegen den Tabellen-Vorletzten die Luft wegblieb, lieferte die Konkurrenz die Vorlage. Flensburg verlor das Nordderby in Kiel 33:37, die Füchse demolierten Erlangen 45:29 – Mathias Gidsel warf dabei elf Mal ein.

Die Folge: Magdeburg bleibt erster, Berlin rutscht auf Platz zwei, Leipzig rutscht ab. Der SC DHfK kam nicht über ein 29:29 gegen Stuttgart hinaus und ist neuer Letzter. Die Abstiegszone dampft – und das, obwohl Bergisch’s Sören Steinhaus gerade erst bis 2028 verlängert hat.

Claar rettet spät, kristjansson gibt zu: „noch viel luft nach oben“

Claar rettet spät, kristjansson gibt zu: „noch viel luft nach oben“

Felix Claar traf zehn Mal, hätte aber lieber früher getroffen. Erst 2:36 vor Schluss ging Magdeburg erstmals in Führung, danach pumpte jedes Publikumsh Herz. Gisli Thorgeir Kristjansson sprach hinterher von „harter Arbeit“, meinte aber auch: „Wir sind noch nicht in Top-Form.“

Die Zahlen untermauern’s: 47 % Feldwurfquote, nur zwölf Tore aus dem Rückraum, dazu acht technische Fehler. Paris hatte vor vier Tagen 34 Gegentore kassiert – der BHC nagelte den Champion trotz Abstiegsangst mit 25 Treffern fest.

Am 28. märz kommt berlin – dann wird gelüftet

Der Bundesliga-Spieltag nach der Länderspielpause liefert die Antwort auf die Frage, ob Magdeburg nur müde oder wirklich angreifbar ist. Die Füchse reisen mit neun Siegen im Rücken an die Elbe, haben sechs Punkte Rückstand – und die Chance, die Meisterschaft wieder offen zu machen.

Für den BHC wird’s ernst: Bei nur zwei Punkten Vorsprung auf Wetzlar droht der erste Absturz in die 2. Bundesliga seit 2012. Der Kampf unten ist so offen wie nie, der Kampf oben bekommt neue Dynamik.

Magdeburg gewann also – und merkt selbst: Der Druck wächst mit jedem Sieg. Die Jagd hat begonnen, doch wer am Ende die Fahne trägt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Die Liga lebt, und sie wird nicht weniger brutal.