Ludwigshafen fliegt dank 37:33-krimi gegen dormagen aus dem keller

Die Eulen Ludwigshafen haben mitten im Getümmel der 2. Handball-Bundesliga einen Schritt nach oben gemacht – und das mit vier Toren Vorsprung, die sich anfühlen wie zehn. 37:33 gegen den TSV Bayer Dormagen, 18:26 Punkte auf der Habenseite, Platz zwölf statt Dreizehn oder noch tiefer. Die Rechnung ist denkbar einfach: Wer gewinnt, rückt dem Abstiegsstrudel einen Schritt näher. Die Pfälzer haben jetzt Luft.

Ein kollektiv, das keinen kopf mehr braucht

Spätestens beim Seitenwechsel war klar: Diesmal trägt kein Einzelner das Team, sondern die Mannschaft trägt sich selbst. Vier Akteure – namentlich genannt wird keiner, weil keiner mehr wichtiger ist – werfen jeweils sechs Tore, verteilen Last und Lorbeer so gleichmäßig, dass Dormagen keine Angriffsfläche findet. 18:16 zur Pause, danach ein Zwischenspurt auf fünf Tore – das reicht, um die Nerven der 1.800 Zuschauer im Friedrich-Ebert-Hallen-Komplex erst zu strapazieren, dann zu belohnen.

Die Personalsorgen? Verschärft, aber nebensächlich. Tim Schaller, Kapitän und Ruhepol, lenkt die Abwehr mit Handzeichen, die mehr sagen als jedes Wort. Sein Trainer Maik Handschke wechselt früh, rotiert die Rückraumreihe, setzt Tempogegenstöße wie kurze Nadelstiche. Dormagen kommt heran, aber nie vorbei – weil Ludwigshafen in der entscheidenden Phase zwei Tempogegenstöge nutzt und den Ball in der 58. Minute 70 Sekunden lang durch die eigenen Reihen zirkulieren lässt. Die Uhr tickt, der Vorsprung bleibt.

Der rest der liga schaut jetzt nach unten

Der rest der liga schaut jetzt nach unten

Mit dem 23. Spieltag rückt der Blick auf die Abstiegszone in den Fokus. Hüttenberg gegen Lübeck-Schwartau, Essen gegen Hagen, Ferndorf gegen Dessau – alle betteln um Punkte, weil die Eulen ihnen die eigene Schmerzgrenze nach oben geschoben haben. Für Ludwigshafen heißt es: Sonntag, 17 Uhr, BBM Bietigheim. Dort wartet der Aufstiegsaspirant, aber die Eulen haben wieder Flügel. Und die Statistik auf ihrer Seite: Seit fünf Partien kassieren sie nicht mehr mehr als 30 Gegentore.

Die Friedrich-Ebert-Halle wird am Wochenende nicht mehr brennen, aber die Zündschnur ist gelegt. Wer jetzt noch denkt, der Klassenerhalt sei ein Lotteriespiel, hat die Rechnung ohne die Eulen gemacht. 18 Punkte bedeuten nicht nur Tabellenplatz zwölf, sondern vor allem eins: Die Saison ist noch lange nicht gelaufen – und der Abstieg nur noch eine ferne Erinnerung.