Löwen-offensive versagt: groetzki schimpft nach erlanger pleite
Erlangen feierte einen hart erkämpften Heimsieg, während die Rhein-Neckar Löwen nach der 27:29-Niederlage im DYN-Interview eine deutliche Ansage bekamen. Patrick Groetzki, Routinier der Löwen, ließ seiner Frustration freien Lauf – vor allem die Chancenverwertung seiner Mannschaft bereitete ihm Kopfzerbrechen.

Die abwehr stand, doch der angriff versagte
Die Löwen hatten zwar eine solide Abwehrleistung gezeigt, insbesondere in der ersten Halbzeit, wie Groetzki anerkannte. „Ich finde, wir haben eine sehr gute Deckung gespielt“, so der Rechtsaußen. Doch die Offensive blieb unter dem Erwartungshof. „Wir spielen echt scheiße im Angriff“, wetterte Groetzki. „Wir verwerfen zu viele Bälle, wir haben nicht genug Durchschlagskraft, wir haben nicht genug Energie.“ Das sah man auch auf dem Platz: Nach einer Führung zum Seitenwechsel verschliefen die Gäste den Start in den zweiten Durchgang. Ein 5:0-Lauf der Erlanger brachte die Gastgeber kurz nach Wiederanpfiff in Führung.
Das Spiel verlief chaotisch. Die Löwen trafen fast zehn Minuten lang nicht, was gegen eine so enthusiastische Kulisse in Erlangen natürlich schwierig macht. Die Gastgeber nutzten ihre Chancen und profitierten auch von einigen glücklichen Abprallern. Die fehlende Treffsicherheit der Löwen, die zu viele freie Chancen ungenutzt ließen, machte den Unterschied. „Das ist dann in Summe zu viel, um überhaupt ein Bundesligaspiel gewinnen zu können“, analysierte Groetzki.
Die Europaplätze sind gefährdet
Die Niederlage schmerzt umso mehr, da die Löwen die Chance hatten, im Kampf um die europäischen Plätze Boden gutzumachen. Nach dem Lemgo-Sieg hätten sie bis auf zwei Punkte an den sechsten Platz des TBV herankommen können. „Wir haben schon noch Hoffnung, dass wir das auch aus eigener Kraft da noch hinschaffen können“, sagte Groetzki. „Aber wenn man so spielt wie heute, dann hat man in Europa auch nichts verloren nächstes Jahr.“ Die Löwen müssen sich schleunigst ihrer Probleme im Angriff annehmen, wenn sie ihre Ambitionen in der Handball-Bundesliga noch realistisch verfolgen wollen.
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: 27 Gegentreffer sind für Groetzki zwar akzeptabel, doch die eigene Torausbeute lässt zu wünschen übrig. Die fehlende Effizienz im Angriff wird den Löwen auch in Zukunft zu schaffen machen, wenn sie nicht ein Umdenken vornehmen.
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