Love-deal: risiko oder geniestreich der cardinals?
Die Arizona Cardinals haben im NFL Draft 2026 eine Wette abgeschlossen, die in der Liga für Gesprächsstoff sorgt: Jeremiyah Love, ein Running Back mit Superstar-Potenzial, wurde an Position drei ausgewählt – und erhält einen Vertrag, der selbst etablierte Stars in den Schatten stellt. Ist das der Schachzug eines visionären Managers oder eine riskante Fehlentscheidung, die den Cardinals langfristig schaden könnte?
Ein vertrag, der fragen aufwirft
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Love unterschreibt einen Vierjahresvertrag über rund 53 Millionen Dollar, inklusive eines Signing Bonuses von 35 Millionen Dollar. Das macht ihn zum siebtbestbezahlten Running Back der Liga, noch bevor er einen einzigen NFL-Snap bestritten hat. Selbst Saquon Barkley und Christian McCaffrey, bewährte Leistungsträger, sehen sich bei den garantierten Summen deutlich unterboten. Ein historischer Deal, der die Frage aufwirft: Ist Love wirklich das wert?
Denn das eigentliche Problem liegt nicht im Talent des jungen Spielers – das ist unbestritten vorhanden. Jeremiyah Love besitzt das Potenzial, die Liga zu prägen, aber Talent allein garantiert keinen Erfolg auf der Running-Back-Position. Es braucht ein funktionierendes System, eine starke Offensive Line und ein Quarterback, der die Defense bindet. Und genau da liegen die Schwierigkeiten für die Cardinals.

Der sinkende wert des running backs
Die Position des Running Backs hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Das zeigt sich in der Art und Weise, wie Teams diese Position bewerten und wie Verträge gestaltet werden. Ein Running Back ist nur so gut wie seine Umgebung. Ohne eine solide Offensive Line, die Löcher schafft, und ohne einen Quarterback, der die Defense unter Druck setzt, bleibt er ein Einzelkämpfer, dessen Einfluss begrenzt ist. Wir haben das in den vergangenen Jahren bei Spielern wie Saquon Barkley in New York oder Christian McCaffrey in Carolina gesehen.
Die Cardinals haben aktuell keine idealen Voraussetzungen, um Love sofort zum Difference Maker zu machen. Die Offensive Line gehört nicht zur Elite der Liga, und die Quarterback-Situation ist alles andere als stabil. Hinzu kommt ein neuer Head Coach, der erst noch seine Strukturen etablieren muss. Und dann ist da noch Tyler Allgeier, für den die Cardinals bereits in der Free Agency tief in die Tasche gegriffen haben. Ein teurer Kader auf einer Position, deren Wert ohnehin fraglich ist.

Opportunitätskosten und ein risiko
Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Jeremiyah Love sein Potenzial voll ausschöpft und zu einem der besten Running Backs der Liga wird. Dann würden sich die Investitionen langfristig rechtfertigen. Aber das ist keine Garantie. Die Cardinals haben mit diesem Pick nicht nur in einen Running Back investiert, sondern auch in ein hohes Risiko. Denn sie haben die Chance verpasst, an Position drei einen Spieler auszuwählen, der möglicherweise in einer anderen Position einen größeren Einfluss auf den Erfolg des Teams hätte.
Die Wahrheit ist: Die Cardinals haben einem Spieler, der sich noch nicht auf der NFL-Ebene bewiesen hat, ein historisch hohes Gehalt garantiert. Und das in einer Situation, in der sein Potenzial nicht sofort maximiert werden kann. Es ist ein riskantes Spiel, das sich kurzfristig kaum auszahlen dürfte. Ob General Manager Monti Fernando damit den richtigen Nerv getroffen hat, wird die Zukunft zeigen.
