Lockdown-depp schlägt jetzt gegen sinner auf: michelsens irrere us-story

Der Lockdown war sein Wimbledon. Alex Michelsen, 19, Kalifornien, lag vor drei Jahren noch im Tennis-Mittelmaß – bis Corona die Hallen dichtmachte und er plötzlich fünf Stunden am Tag gegen die Garage seiner Eltern ballte. „Ohne die Pandemie würde ich heute Excel-Tabellen füllen“, sagt er selbst. Stattdessen fordert er in Miami Jannik Sinner, Welt-Ranglisten-Zweiter, heraus.

Mutter sondra baute das schleifprogramm

Los ging die Geschichte im Hause Michelsen, Laguna Hills, schon mit drei Jahren. Im Garagen-Dämmer schlug der Kleine Rückhand um Rückhand, koordiniert von Mutter Sondra, einst College-Spitzenspielerin. Vater Todd, ebenfalls Ex-College-Crack, stellte die Netzhöhe um. Doch trotz Familien-DNS blieb Alex bis 2021 ein Solider, kein Spektakel. Die Pandemie wurde zur Schicksalsrampe: Ohne Turniere, dafür mit endloser Zeit, schraubte er den Tagesumfang auf fünf Stunden, baute Schlaggeschwindigkeit und mentalen Grind. Ergebnis: 2022 US Open Juniors Halbfinale, 2023 Challenger-Siege, 2024 Top-100-Einzug.

Jetzt die Belohnung: Center-Court gegen Sinner, harte Sonne Floridas, Hartplatz-Katapult. Michelsen bringt das volle US-Klischee mit: Aufschlag bei 230 km/h, Winner-Forehand, aber auch den umgekehrten Spin-Rückhand, oft konstanter als die Vorhand. „Ich habe Jannik schon letztes Jahr um ein paar Tipps gebeten“, verrät er. „Er sagte, ich solle dran bleiben. Ich bin drangeblieben.“

Das gespräch mit sinner war der startschuss

Das gespräch mit sinner war der startschuss

Die Nummer zwei der Welt gilt als perfektes Barometer für amerikanische Hoffnungsträger. Shelton kam 2023 durch ein episches Viertelfinale gegen den Italier in die Schlagzeilen; Learner Tien jagt als Kult-Asian die Fans. Michelsen ist der lautlose Scharfschütze, ohne TikTok-Show, dafür mit einem Coach, der selbst Excel liebt: Daten statt Däumchen drehen. Die Bilanz gegen Top-10-Spieler? Noch 0:1. Gegen Sinner kann sie springen.

Michelsen selbst schmunzelt über die Ironie: „Früher wollte ich Analyst werden, jetzt bin ich die Datei, die andere analysieren.“ Die Karriere-Datei hat erst 50 Profi-Matches, aber schon 3000 Stunden Garage im Rücken. Sinner warnt: „Er schlägt frei, hat nichts zu verlieren.“ Das trifft’s. Wer nach dem Lockdown fünf Stunden lang gegen Beton schlägt, für den ist Centre Court nur ein helleres Garagenlicht.

Der Kalifornier mit dem Bürojob-Plan B will Miami zum nächsten Schauplatz seines Pandemie-Märchens machen. Sollte er Sinner ärgern, schreibt er nicht nur Tennis-Geschichte, sondern liefert auch das beste Argument gegen Homeoffice: Manchmal muss man raus, um richtig reinzuhauen.