Littler-jagd in lebbeke: deutsche darts-hoffnung gegen die superstars

Die PDC European Tour schlägt heute in Lebbeke auf. 230.000 Pfund Preisgeld, ein deutscher Geheimfavorit und ein Weltmeister, der seinen Titel verteidigen will – das sind die Belgian Darts Open.

Schindler, springer, wenig: die deutsche mission

Martin Schindler kommt als gesetzter Spieler direkt in Runde zwei, doch sein Startpärchen ist kein Zuckerschlecken. Niko Springer und Lukas Wenig müssen schon heute ran. Springer trifft um 22 Uhr auf Kim Huybrechts, den Mann, der in der Pro-Tour-Geschichte schon so manchen Favoriten aus dem Turnier warf. Wenig bekommt es 30 Minuten später mit Dirk van Duijvenbode zu tun – ein Niederländer, der auf der Bühne gern über sich hinauswächst.

Die Frage ist nicht, ob die drei deutschen Profis mithalten können. Die Frage ist, wie viele Legs sie rauben, bevor Luke Littler, Luke Humphries & Co. das Zepter übernehmen. Denn wer die vergangenen beiden Jahre verfolgt hat, weiß: In Lebbeke endet die Siegesserie erst im Finale.

Littlers vorstellung: rekordjagd mit 8-darter-gefahr

Littlers vorstellung: rekordjagd mit 8-darter-gefahr

2024 besiegte Littler Rob Cross 8:7, 2025 schaltete er Mike De Decker mit 8:5 aus. Beide Male war das Publikum in der Sporthalle Lotto Mons Expo außer sich, weil der 17-Jährige zwischen den Matches fast schon lässig 140er und 170er checkte. Die Statistik spricht eine klare Sprache: Seit seinem ersten Belgian-Open-Triumph hat Littler 87 Prozent seiner Legs in 15 Darts oder weniger beendet. Kein anderer Spieler der Tour kommt auf mehr als 76 Prozent.

Die 35.000 Pfund Siegprämie wären für Littler zwar nur ein zusätzlicher Boni, aber sie würden ihn auf Rang zwei der diesjährigen Order of Merit katapultieren – direkt hinter Humphries, der in Lebbeke erstmals seit Januar wieder auf dem obersten Seedings-Platz stehen könnte.

Preisgeld-skalp: warum schon das ausscheiden sich lohnt

Preisgeld-skalp: warum schon das ausscheiden sich lohnt

Wer auch nur eine Runde übersteht, kassiert 2.500 Pfund. Das reicht locker für die Hotel- und Flugkosten – und für die deutschen Jungs ist es mehr als nur ein finanzieller Trost. Springer hat zuletzt in Hildesheim bewiesen, dass er in der Lage ist, Average-Werte um die 98 zu spielen. Wenig war bei der Players Championship in Barnsley nur einen Dart vom Viertelfinale entfernt. Beide wissen: Ein Sieg gegen die Niederländer würde nicht nur die deutsche Fangemeinde jubeln lassen, sondern auch die internationale Presse auf sie aufmerksam machen.

Der Modus ist gnadenlos: Best of 11 Legs bis zum Viertelfinale, danach Best of 13, im Finale Best of 15. Wer hier zweimal hinterher wirft, steht mit leeren Händen da. Die Uhr tickt, die Darts fliegen – und die Nerven liegen blank.

Dazn-stream: so verfolgt man den darts-freitag live

DAZN überträgt alle Sessions ab 19 Uhr deutscher Zeit. Der Kommentar kommt aus dem neuen Studio in München, wo Ex-Profi Max Hopp als Co-Experte sitzt. Parallel dazu liefert die PDC-App alle Average-Werte in Echtzeit. Wer die Zahlen versteht, erkennt schon nach neun Würfen, ob Springer oder Wenig heute eine Chance haben – oder ob Littler wieder einmal nur vorbeischaut, um den Pokal mitzunehmen.

Für die deutschen Fans bleibt die Erkenntnis: Ein Sieg in Lebbeke wäre mehr als ein Außenseiter-Coup. Er wäre die Antwort auf die Frage, ob Deutschland endlich wieder einen Spieler im Top-16-Bereich hat. Schindler ist auf dem Papier nah dran. Springer und Wenig können heute den Grundstein legen. Der Darts-Freitag beginnt – und mit ihm die Jagd auf den nächsten deutschen Überraschungscoup.