Dortmund peilt pflichtsieg gegen hsv – polzin reist mit kaputtem capaldo an

Der BVB will am Samstagabend den zweiten Platz zementieren, der HSV will endgültig die Abstiegszone aus dem Blick verlieren. Dazwischen stehen 90 Minuten, in denen für den Aufsteiger jeder Ball wie ein Finalpass wirkt.

Signal-Iduna-Park, 18.30 Uhr, 81.365 Zuschauer – und ein Gegner, der seit 13 Partien ungeschlagen ist. Für Merlin Polzin ist das kein Grund zur Panik. „Wir haben die Woche genutzt, um Selbstvertrauen zu tanken“, sagte der HSV-Coach, „nur wird Selbstvertrauen allein in Dortmund kein Punkt springen lassen.“

Capaldo laboriert – und mit ihm die abwehr

Der Argentinier Nicolás Capaldo spürte beim Abschlusstraining erneut seinen linken Bauchmuskel. „Die Schmerzen sind geblieben“, bestätigte Polzin, „wir werden bis zuletzt wackeln.“ Fällt der Sechser aus, rückt Sebastian Schonlau ins Zentrum, Moritz Heyer rutscht auf die Sechs – und die ohnehin schon brisante Zweikampfzone vor der Abwehr verliert an Aggressivität.

Statistik als Warnschuss: Das letzte Auswärtsspiel ohne Capaldo endete 0:3 in Stuttgart. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mit ihm kassiert der HSV 1,1 Tore pro Spiel, ohne ihn 2,3.

Kovacs rotation funktioniert – guirassy wartet auf der bank

Kovacs rotation funktioniert – guirassy wartet auf der bank

Niko Kovac rotiert, weil er kann. Gegen Augsburg ließ erSerhou Guirassy zunächst draußen, startete mit Karim Adeyemi und Maximilian Beier. Adeyemi traf nach 118 Sekunden, Reggiani erhöhte nach 67 Minuten – Dortmund gewann 2:0 und blieb damit in 17 Bundesliga-Partiten ungeschlagen, in denen Adeyemi traf.

„Wir wollen Tempo verlangen, den Gegner übersprinten“, erklärte Kovac den Plan. Der HSV hat in dieser Saison bereits 16 Gegentore nach Sprintduellen kassiert – nur Darmstadt (18) ist schlechter.

HSV-Seite: Drei Heimspiele, fünf Auswärtspartien bis Saisonende. Die Gegner: Dortmund, Leipzig, Frankfurt, Union, Bayern. Der Punktepuffer beträgt sechs Zähler, doch die Rechnung ist simpel: Wer in Dortmund etwas mitnimmt, kann planen. Wer leer aussteigt, muss bis Mai zittern.

Sky überträgt ab 17.30 Uhr, WOW parallel. Wer weder Abo noch Ticker will: Die Kurve im Süd wird laut sein, die HSV-Fans sind mit 8.000 Gästen angemeldet – so viele durften sie zuletzt 2018 in der Liga hier sehen. Damals gewannen sie 3:2. Die Zeitung titelte: „Der HSV lebt!“ Heute geht es ums nackte Überleben – und vielleicht um ein Wunder, das in Dortmund selten lange dauert.