Littler stürmt die darts-welt: rekorde, hype und der blick nach vorn

Die Pfeilspitzen fliegen wie nie zuvor: Luke Littler, gerade einmal 19 Jahre alt, hat die darts-Szene im Sturm erobert. Der junge Engländer dominiert nicht nur die großen Bühnen, sondern bricht auch Rekorde und entfacht einen Hype, der dem darts-Sport lange gefehlt hat. Doch was steckt hinter dem Erfolg des Teenagers, und wie geht er mit dem immensen Druck um?

Littler über manchester united, buhrufe und den traum von phil taylor

Littler über manchester united, buhrufe und den traum von phil taylor

Im Exklusivgespräch mit SPORT BILD blickt Luke Littler zurück auf seine beeindruckende Entwicklung. Die Frage, ob Manchester United schon bald eine Siegesserie feiern wird oder ob er selbst schon fünf Weltmeisterschaften in Folge gewinnen wird, quittiert er mit einem Lachen: „Im Moment spielen wir ganz gut, also haben wir vielleicht eine Chance, schneller zu sein als ich.“ Die Diskrepanz zwischen dem Alltag eines jungen Fußballfans und dem Leben eines gefeierten darts-Stars ist offensichtlich. Ein Vorfall in Göttingen, bei dem deutsche Fans im Spiel gegen Niko Springer so laut buhten, dass die Partie unterbrochen werden musste, verdeutlicht die Leidenschaft und manchmal auch die Unsportlichkeit im darts-Sport. Littler, der selbst bereits Buhrufe in Dublin erlebt hat, weiß, wie man damit umgeht: „Man muss es einfach ausblenden.“

Der Schlüssel zum Erfolg? Konzentration und die Fähigkeit, den Druck auszublenden. „Vor zwei Jahren konnte ich das noch nicht so gut“, gesteht Littler. Der Hype um seine Person ist enorm, und Bodyguards gehören mittlerweile zum Alltag. „Ehrlich gesagt, wäre ich lieber einfach nur ein Dartspieler als eine Art Promi“, so Littler, der sich dennoch den Verpflichtungen als Weltmeister stellen muss. Es geht um Sponsorentermine, Medienauftritte – „oft ziemlich langweilig“, wie er zugibt – und die ständige Reise, die ihn oft von seiner Familie trennt.

Die Herausforderungen sind vielfältig, aber Littler scheint sie mit einer beeindruckenden Reife zu meistern. Er hat gelernt, mit dem Druck umzugehen, mit den Buhrufen des Publikums und mit der Erwartung, konstant Höchstleistungen zu erbringen. „Wenn man so zurückkommen kann [von einem 0:5-Rückstand], fragt man sich eher, was noch alles möglich ist.“ Und das ist eine Frage, die sich die gesamte darts-Welt stellt, denn Littlers Ziel ist klar: „Ich will einfach weiterspielen und weiter die Nummer eins der Welt sein. Mein Ziel ist es, Rekorde von Phil Taylor zu brechen.“

Die 16 Weltmeistertitel Taylors sind eine gewaltige Herausforderung, aber Littler blickt optimistisch in die Zukunft. Er möchte weiterhin Turniere gewinnen, sich neue Ziele setzen und seinen Platz an der Spitze des Darts-Sports festigen. Und während er sich den Terminkalendern und den Verpflichtungen widmet, sehnt er sich nach ein paar Tagen zu Hause, um mit Freunden Xbox zu spielen und die normale Teenager-Existenz zu genießen. Denn trotz des Ruhms und der Erfolge ist Luke Littler eben doch noch ein ganz normaler Junge – zumindest, wenn er nicht gerade Pfeile wirft.