Littler stürmt die darts-welt: kann er phil taylors rekorde brechen?
Der darts-Sport hat einen neuen König: Luke Littler. Der 19-jährige Engländer hat in der vergangenen Saison die Welt im Sturm erobert und eine Euphorie ausgelöst, die seit Jahren nicht mehr zu spüren war. Seine Leistungen sind beeindruckend, seine Erfolge beispiellos. Doch was steckt hinter dem jungen Wunderkind? Und kann er tatsächlich die Ära Phil Taylors übertreffen?
Littler über den hype und seine ziele
Im Exklusiv-Interview mit SPORT BILD spricht Luke Littler offen über den immensen Druck, den er aktuell erlebt. „Ehrlich gesagt, wäre ich lieber einfach nur ein Dartspieler als eine Art Promi“, gesteht er. Doch der Ruhm gehört dazu, wenn man Weltmeister wird und Littler scheint sich immer besser daran anzupassen. Vor allem das Ausblenden des Publikums, das ihm in Dublin bereits Buhrufe entgegenschickte, hat er gemeistert. „Ich reagiere nicht auf das Publikum – höchstens, wenn ich gewinne.“
Die Frage, ob Uniteds Siegserie oder seine eigene Weltmeisterschaft wahrscheinlicher ist, beantwortet Littler lachend: „Im Moment spielen wir ganz gut, also haben wir vielleicht eine Chance, schneller zu sein als ich.“ Aber eine Sache ist klar: Littler hat ehrgeizige Ziele. Er will Rekorde brechen, die lange als unüberwindbar galten. „Mein Ziel ist es, die Rekorde von Phil Taylor zu brechen, zum Beispiel die längste Zeit an der Spitze.“
Ein Vorfall in Göttingen sorgte kürzlich für Aufsehen, als deutsche Fans im Spiel von Niko Springer gegen Stephen Bunting so laut buhten, dass die Partie unterbrochen werden musste. Littler zeigt Verständnis: „Manche Spieler werden eben nicht gemocht. Gegen bestimmte Gegner wollen die Fans nicht, dass du gewinnst. So ist das nun mal.“
Der Umgang mit dem enormen Hype im Alltag ist eine weitere Herausforderung. Littler gibt zu, dass er manchmal lieber einfach nur Xbox spielen und Zeit mit Freunden verbringen würde. Doch er hat gelernt, damit umzugehen, auch wenn er inzwischen Turniere absagt, um mehr freie Zeit zu haben. Der Druck, immer seine Top-Leistung zu bringen, ist immens, besonders wenn die Gegner ihr bestes Spiel gegen ihn zeigen.
Die Reise mit seiner Familie hilft ihm, den Stress zu bewältigen. Aber es ist eben Littler, der die Termine hat, während die anderen im Hotel entspannen. Die vielen Reisen können anstrengend sein, aber ein paar Tage zu Hause wirken Wunder.
Was hat er aus all dem gelernt? Alles auszublenden und sein eigenes Spiel zu spielen. Ein Ratschlag, der ihm in den vergangenen zwei Jahren sehr geholfen hat.

Littlers weg zum star: vom talent zum weltmeister
Nach seiner ersten Weltmeisterschaft wurde Littler von einem Tag auf den anderen zu einem „Big Deal“. Der Terminkalender füllte sich, Bodyguards wurden benötigt. Ein Leben, das sich dramatisch verändert hat. Erinnert er sich an den Moment, in dem er realisierte, dass er ein Star ist?
„Nach meiner ersten Weltmeisterschaft“, antwortet Littler. „Plötzlich wollte jeder gegen mich gewinnen.“ Und so steht Littler vor der Herausforderung, weiterhin die Nummer eins der Welt zu bleiben, die Rekorde zu brechen und die Faszination des darts-Sports weiter zu befeuern. Die Fans dürfen gespannt sein, wohin die Reise geht.
Die Zahlen sprechen für sich: 16 Weltmeistertitel – eine schwindelerregende Zahl, die Littler anstrebt. Er zeigt Weitsicht und setzt sich ambitionierte Ziele. Und er weiß: Der Weg zum Erfolg ist lang und steinig, aber er ist bereit, ihn zu gehen.
